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Das Premsliner Geheimnis um den Doppelnachwuchs

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erstellt am 22.Jul.2011 | 06:50 Uhr

Premslin | "Hier ist die Welt noch in Ordnung" kommentiert Rony Richau lächelnd den Kindersegen in Premslin. Und der ist kein einfacher, sondern gleich dreimal ein doppelter. Eineinhalb Jahre alt sind die Zwillingsbrüder Simon und Jonas Puhle. "Sie sind sozusagen über uns gekommen, waren gar nicht geplant", erzählt Mutti Charlene Puhle, die Lebensgefährtin von Rony. Doch natürlich ist die Freude über den Nachwuchs jetzt groß, auch bei der siebenjährigen Schwester Emily.

Während Simon und Jonas schon laufen können, ihre Welt erkunden und Mama und Papa damit ständig in Trab halten, sind Tessa und Greta Schuhardt gerade mal vier Wochen alt und damit die jüngsten Premsliner. Die Eltern Viola und Matthias hatten zwar ein zweites Kind geplant - Tochter Kira ist sieben Jahre alt - Zwillinge aber keineswegs, erklären sie auf die Nachfrage, ob das Zweifachglück von Puhles, ihren Nachbarn, sozusagen ansteckend gewesen sei. "Wir wohnen direkt gegenüber vom Storchennest. Und im letzten Jahr gab es da zwei Junge, vielleicht war das ja entscheidend", meint Matthias spitzbübisch. Viola sieht es bodenständiger. "Meine Urgroßmutter hatte auch Zwillinge, da liegt es wohl in der Familie." Beide geben zu, dass sie erst hin und her gerissen waren, als fest stand, dass Zwillinge unterwegs sind. "Plötzlich ist man eine Großfamilie, da braucht man sogar ein größeres Auto, damit alle drei Kinder hinein passen", beschreibt Viola. Von der Arbeit zu Hause ganz zu schweigen. Aber Kira hilft auch schon mal.

Auf derartige Geschwisterhilfe müssen Stefanie und Sascha Puhle verzichten. Ihre kleinen Spatzen Vincent und Louis sind knapp sechs Wochen alt und der erste Famliennachwuchs. "Wir hatten uns ein Kind gewünscht, als beim Ultraschall festgestellt wurde, dass es zwei sind, dachten wir, ist ja cool. Erst danach begann das Nachdenken darüber, ob wir das überhaupt schaffen", verrät Stefanie.

Sie und Sascha wohnen nicht in der Nachbarschaft der anderen Zwillingseltern, haben also auch kein Storchennest in der Nähe. "Drei Tage vor der Geburt saß ein Storch in unserer Tanne, den habe ich noch fotografiert", erinnert sich Stefanie. Mit den Zwillingen könne er aber ganz eindeutig nichts mehr zu tun gehabt haben. Aber Sascha ist ein Cousin von Charlene. Gibt es da also doch irgendwelche Geheimrezepte?

Natürlich nicht, lachen die drei Elternpaare, die sich mit dem "Prignitzer" auf Stefanies und Saschas Terrasse getroffen haben. "Premslin ist einfach nachwuchsfreundlich, allein im Juni wurden innerhalb von 22 Tagen hier sieben Kinder geboren", weiß Viola. Und Oma Heidrun Schuhardt kann sich gut an das Brandenburgische Erntefest 2003 in Premslin erinnern und daran, dass damals Ministerpräsident Matthias Platzeck verkündete, der Ort sei der kinderreichste im ganzen Land. Diesem guten Image müsse man schließlich treu bleiben.

Gleich neben dem Grundstück von Stefanie und Sascha ist die Premsliner Kindertagesstätte zu Hause. 48 Mädchen und Jungen werden hier betreut, und nicht wenige davon kommen aus dem Ort selbst, auch Simon und Jonas, die sich "hier pudelwohl fühlen", wie die Eltern versichern. Für die anderen beiden Zwillingspärchen dauert es noch ein Weilchen, bis sie "dann hoffentlich auch einen Platz in der Kita bekommen", wünschen sich die Eltern.

Der Wunsch ist realistisch, denn es gibt schon Gedanken in der Gemeinde, den Hort aus der Kita auszulagern und so mehr Platz für die Kleinen zu schaffen.

Bis dahin brauchen die Premsliner Zwillinge aber noch viel Zuwendung und Pflege, müssen die Eltern wohl noch auf manchen Nachtschlaf verzichten. Machen sie aber gerne, wie alle versichern. Und auch Charlene und Rony haben es zwar mitunter nicht leicht, ihre beiden Temperamentbündel im Zaum zu halten, aber alle drei Elternpaare sind sich einig: Es gibt nichts schöneres als die Kinder, "man bekommt so viel Liebe und Zuneigung zurück", bringt es Viola auf den Punkt. Und Stefanie, die sich zu ihren Zwillingen durchaus noch ein weiteres Kind vorstellen kann, fügt hinzu: "Man muss sich einfach auch die Zeit nehmen und die Kinder genießen, darf nicht nur die schlaflosen Nächte sehen."

Wir wünschen viel Glück dabei und warten mal ab, wann der Storch oder wer auch immer in Premslin für den nächsten Zwillingssegen sorgt. Oder vielleicht sogar Drillinge? Immerhin wachsen im Storchenhorst in diesem Jahr drei Junge auf.


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