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Der Prignitzer

20. November 2017 | 01:27 Uhr

Wittenberge : Das MRT schwebt ein

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Wittenberger Radiologe Mostafa Afzal investiert für seine Praxis in moderne Technik. Gerät ist ab Oktober betriebsbereit

von
erstellt am 12.Sep.2017 | 21:00 Uhr

Ein spannender Moment für Mitarbeiter des Ärztehauses in der Friedrich-Ebert-Straße, für Hausherrin Ulrike Schniewind und für den Radiologen Mostafa Afzal: Um 8.50 Uhr hängt sein MRT am Seil des Kranes. Langsam schwebt das moderne Untersuchungsgerät in die Höhe. Kranführer Klaus Jüchert schwenkt in Richtung Gebäude.

In nur zehn Wochen ist ein Anbau entstanden, in dem das MRT seinen Platz bekommt. Erstmals wird es damit möglich sein, auch in Wittenberge eine ambulante Kernspintomografie durchzuführen. Bisher ist das im Landkreis nur im Medizinischen Versorgungszentrum Pritzwalk möglich, das durch die KMG betrieben wird, wie deren Sprecher Christian Meier bestätigt.

Das MRT im Kreiskrankenhaus Perleberg ist in erster Linie für stationäre Untersuchungen zugelassen. Über eine Vereinbarung mit der Klinikleitung war es Mostafa Afzal zwar gestattet, zu bestimmten Zeiten das MRT zu nutzen, „aber die Wartezeiten für Patienten sind mit acht Wochen einfach zu lang“, so der Radiologe.

Die Kooperation mit der Klinik bezeichnet er als gut, dennoch entschied er sich für die erhebliche private Investition in ein eigenes Gerät. Nach seinen Angaben sei dieses technisch auf dem neuesten Stand. Im Oktober soll es einsatzbereit sein.

Der Vorteil für Patienten sei nicht nur die kürzere Wartezeit. „Für eine ganze Reihe von Untersuchungen ist das MRT heutzutage unerlässlich, ein CT liefert deutlich schlechtere Ergebnisse“, sagt Mostafa Afzal. Der in Hamburg aufgewachsene Facharzt hatte die Wittenberger Praxis von Dr. Frank Schniewind im vergangenen Jahr übernommen.

Kranführer Klaus Jüchert gönnt sich unterdessen eine Tasse Kaffee. Ein MRT am Haken bringe ihn nicht aus der Ruhe. „Sowohl beim ersten Geräte im Kreiskrankenhaus als auch bei dessen Austausch gegen das neue Model war ich beteiligt“, sagt Jüchert. Das gestrige wiegt fünf Tonnen, sein Kran kann bis zu 50 Tonnen bewegen.

Erst vor einem Monat feierte der Perleberger sein 20. Firmenjubiläum. Viele Aufträge seien Routine, manche bleiben lange in Erinnerung. „Bei einer Show in Wittenberge zog ich ein Auto mit Stuntmans 40 Meter hoch, von dort stürzten sie sich im Auto herunter“, nennt er ein Beispiel. Auch den Perleberger Rettungshubschrauber Christoph 39 hatte er am Haken. Alltagsgeschäft, meint der Kranführer. Manchmal seien die Arbeitsbedingungen die Herausforderung so wie am vergangenen Montag. „Ich musste einen Schmutzwasserkanal hochziehen und das feuchte Erdreich unter mir, drohte wegzusacken“, sagt Jüchert. Durch die Last hatte der Kran seine Kapazitätsgrenze fast erreicht, was die Sache noch komplizierter machte. „Dann wird einem schon anders zumute“, so Klaus Jüchert.

 

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