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Der Prignitzer

17. Oktober 2017 | 19:14 Uhr

Das letzte Juwel vollendet

vom

svz.de von
erstellt am 01.Apr.2011 | 05:59 Uhr

Lenzen | Eröffnung des Pförtnerhauses auf der Burg Lenzen und der Ausstellung Grünes Band - das war für die gestrige Veranstaltung geplant und bekannt. Nur ein kleiner Kreis von Eingeweihten wusste davon, dass Burgdirektor Tim Schwarzenberger die Stadt Lenzen verlässt. Er wurde gestern offiziell verabschiedet. Der Reihe nach.

Gut zehn Jahre ist es her, dass ein Flügel des Hauptgebäudes mit riesigem Aufwand um wenige Zentimeter angehoben wurde - der Auftakt zu einem der größten Sanierungsprojekte in der Prignitz. Mit der gestrigen Eröffnung des Pförtnerhauses setzte der BUND Niedersachsen als Eigentümer einen vorläufigen Schlusspunkt. Der Landesvorsitzende Heiner Baumgarten sprach vom "letzten Juwel".

Zentrale Besucherinformation, Souveniershop und eine öffentliche Toilette sowie Büroräume haben hier ihren Platz gefunden. So wie Besucher das Ensemble jetzt erleben dürfen, sei es selbst für den BUND einst kaum vorstellbar gewesen, meinte Baumgarten. Geschäftsführer Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler sprach von einer Vision, die in den 90er Jahren entwickelt und nun vollendet wurde. Das Pförtnerhaus sei lange Zeit "eine Wunde im Gesamtprojekt gewesen", habe vielleicht manchen Besucher abgeschreckt. Haupthaus, Hotel, Gärtnerei, Teehaus, Gästehaus in der früheren Schule - all das waren Etappen auf diesem langen Weg.

Die Beine ausstrecken wolle man dennoch nicht, versicherte Bodenstein-Dresler. Zeitnah müsse der Burggarten gestaltet werden. "Der Fahrstuhl in die Slawenzeit wäre nochmals eine deutliche Bereicherung, er könnte zeigen, wie eng Kultur- und Natur zusammenhängen", sagte er. Geplant ist dieser seit den archäologischen Funden auf dem Burghügel. Die Grube wurde seinerzeit nur provisorisch verfüllt. Restaurierte Funde sollen unterirdisch an ihren Fundorten gezeigt werden. Ein weiteres ehrgeiziges Ziel, was eine Menge Geld kosten dürfte.

Detlef Herbst als Vertreter des Umweltministerium stelle jedoch Fördermittel in Aussicht und ermunterte zu neuen Anträgen. "Noch fließen EU-Mittel, noch kann das Land Geld zur Verfügung stellen." Bis zu 100 Prozent förderfähig seien beispielsweise Projekte im ehrenamtlichen Naturschutz und im Rahmen von Natura 2000.

Im Burgmuseum eröffnete Jeanette Fischer, Leiterin des Biosphärenreservats, die Wanderausstellung "Erlebnis Grünes Band". Sie vermittelt einen Einblick in Natur und Geschichte des Grünen Bandes - den ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen. Schautafeln zu den Themen Todesstreifen, Lebenslinien, Grenzschicksale, Wendezeit informieren Besucher über die wechselvolle Geschichte.

Jeanette Fischer dankte mit sehr persönlichen Worten Tim Schwarzenberger für seine geleistete Arbeit. "Du hast maßgeblich den Aufbau der Burg mitgestaltet, es war eine großartige Kooperation", sagte sie sichtlich bewegt.Ein Glückskäfer und ein symbolischer Orden sollen ihn auf seinem Weg begleiten.

Für diesen hatten auch Bürgermeister Christian Steinkopf und Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler ein Bündel geschnürt. Gebunden an einem Wanderstab überreichten sie es Tim Schwarzenberger. Er sei als "Retter in der Not" gekommen, habe damals seine geliebte Heimat, den Harz verlassen, sagte Bodenstein-Dresler. Aus familiären Gründen kehre er nun zurück.

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