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Das längst vergessene Wirtshaus "Zum blutigen Knochen"

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erstellt am 01.Feb.2013 | 06:16 Uhr

Perleberg | Für den "Prignitzer" stöberte der Perleberger Herbert Rauer in den Analen der Historie und erinnerte sich dabei an eine Begebenheit und eine Geschichte, die ihm die Perlebergerin Victoria-Luise Dräger einst erzählte. Die Geschichte vom Wirtshaus "Zum blutigen Knochen". Jenes gab es wirklich, es hatte seinen Sitz in der Wilsnacker Straße 96/ Ecke Karlstraße. Heute hat hier das Autohaus Hamann sein Domizil.

Die Karlstraße war früher eine in das Stepenitztal abfallende Sanddrift. Es war zugleich das vorläufige Ende des Postweges, der zwischen Berlin und Hamburg bestand. Und hier stand das Wirtshaus. Bereits zu damaligen Zeiten wurde ihm nachgesagt, dass es hier häufig zu Schlägereien zwischen den kräftigen Kutschern, verwegenen Handwerksgesellen und nicht ganz nüchternen Reisenden kam. Manch blutige Knochen wird es dabei geben haben. So kam die Lokalität zu ihrem Namen, denn eigentlich hieß sie "Zum goldenen Stern".

Als im 19. Jahrhundert Fernstraßen gebaut wurden, so auch die zwischen Berlin und Hamburg, verlor das Wirtshaus an Bedeutung. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts hatte es aber noch Bestand. Dann verfiel das Gebäude mehr und mehr, diente zeitweise als Schnitterhaus und gehörte zu dem gegenüberliegenden Stadtgut. Besitzer war Herr Dräger, der Vater von Victoria-Luise Dräger. Nach dem Abriss im Jahre 1931 ließ er an gleicher Stelle ein neues Haus bauen.

Das alte, dem Verfall preisgegebene Wirtshaus habe ein Freund nach einem Foto gemalt, erzählte die Perlebergerin Herbert Rauer. Seit Jahrzehnten schmückte dieses Bild ihr Wohnzimmer. "Ich war ihr sehr dankbar, dass ich von diesem eine Kopie anfertigen lassen durfte. So wurde ein kleiner Baustein Perleberger Stadtgeschichte bewahrt."

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