Der etwas andere Feuerwehr-Wettbewerb : Das knifflige Legospiel

Eine Grundlagendisziplin: Die Quitzower müssen eine Saugleitung aufbauen.
Foto:
1 von 3
Eine Grundlagendisziplin: Die Quitzower müssen eine Saugleitung aufbauen.

Auf dem Stadtfeuerwehrtag müssen Kameraden Geschicklichkeit und Fachwissen beweisen / Hinzdorf holt den dritten Sieg

von
15. Mai 2017, 05:00 Uhr

Bauen mit Legosteinen, leere Kisten waagerecht stapeln, Baumkunde beim Förster – auf dem Stadtfeuerwehrtag am Sonnabend ging es lustig zu. Um Sekunden musste kein Team kämpfen, niemand gab den Startschuss für den Löschangriff nass. Vor Jahren schon haben sich die Wehren aus Wittenberge und Perleberg vom klassischen Wettkampf verabschiedet. Der Mehrheit scheinen die meist lustigen Herausforderungen zu gefallen und sie alle haben einen feuerwehrtechnischen Hintergrund.

Florian Pankow schaut auf eine kleine Legoplatte, sortiert die blauen Steinchen. Am Funkgerät erteilt ihm ein Kamerad aus dem Nebenraum Anweisungen, welcher Stein wo zu setzen ist. Nach fünf Minuten ist das Ergebnis ernüchternd. Das Team aus Düpow bekommt keine Punkte.

„Witzig war es trotzdem“, meint Gruppenführer Florian Pankow. Außerdem sei deutlich geworden, dass der Umgang mit dem Funkgerät gar nicht oft genug geübt werden kann, denn kleine Fehler habe der Kamerad gemacht. Insofern habe auch dieses Spiel durchaus Bezug zu einem realen Einsatz.

„Ich packe meinen Koffer...“ heißt das Spiel am Nedwighafen. Statt Badehose und Sonnenmilch dürfen nur Feuerwehrgeräte eingepackt werden. Geschicklichkeit und Teamgeist sind am Bahnhof gefragt. Unter der strengen Aufsicht von Rene Formella müssen zwei Kameraden zwischen sich leere Bierkisten zu einem waagerechten Turm stapeln. Ab der sechsten Kiste ist das eine echte Herausforderung. Spiegelhagen geht motiviert an die Sache heran und kurz darauf liegen die Kisten auf dem Gehweg. Wittenberge macht es besser und schafft die Maximalzahl von 15 Kisten. Die Kameraden klopfen Sebastian Budtke augenzwinkernd auf die Schulter. Vielleicht war es ja sein Bauch, der den entscheidenden Vorteil gebracht hatte.

Echtes Fachwissen müssen die Kameraden in Perleberg zeigen: Hier sollen sie eine Saugleitung an die Tragkraftspritze anschließen. Die Quitzower Mannschaft diskutiert, überlegt, verteilt die Aufgaben neu. Schließlich ist es Jan Pluskwig, der am besten weiß, mit welchem Knoten die Leine an den Rohren zu befestigen ist. Erst am Tag zuvor hatte der junge Kamerad seine Prüfung zum Truppmann bestanden. „Fehlerfrei“, betont Perlebergs Stadtwehrführer Thomas Gäde. Das Team arbeitet fehlerfrei, bekommt die volle Punktzahl.

Zusammen mit dem Wittenberger Wehrführer Lars Wirwich hat sich Gäde die Aufgaben für den heutigen Tag einfallen lassen. „Wir wollen Spaß haben, aber am Ende haben alle Aufgaben mit der Feuerwehr zu tun“, sagt Thomas Gäde. Selbst die von manchen Kameraden belächelte Naturkunde. „Bei einem Waldbrand ist es wichtig zu wissen, welche Baumart brennt“, kommentiert Gäde.

An den Disziplinen des klassischen Wettkampfes hätten die Perleberger Kameraden kein Interesse. „Von unseren Wehren fährt auch niemand zum Kreisausscheid“, so Gäde. Fast jedes Wochenende seien sie im Einsatz, haben Ausbildung oder helfen bei Veranstaltungen mit. Da reiche die Zeit zum Üben für die sportlichen Disziplinen nicht.

Gewonnen haben die Hinzdorfer – ihr dritter Sieg in Folge. Den zweiten Platz holten die Kameraden aus Dergenthin und den dritten Platz die Wittenberger. Acht Teams nahmen teil.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen