Das kleine gallische Dorf Glöwen

Schulleiter Jörn Atlas würdigte das Wirken seiner Vorgängerin Christel Rost.
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Schulleiter Jörn Atlas würdigte das Wirken seiner Vorgängerin Christel Rost.

Emotionale Festveranstaltung zum 50-jährigen Bestehen des Schulneubaus / Gäste einig: Schulstandort muss weiter Bestand haben

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22. September 2017, 09:55 Uhr

„Als Bildungsminister musste ich damals durch das Land fahren, um den Eltern, Lehrern und Schülern mitzuteilen, dass ihre Schule geschlossen wird“, so Holger Rupprecht in seinem Grußwort bei der Festveranstaltung zum 50-jährigen Jubiläum des Schulneubaus. Und so musste er auch damals nach Glöwen fahren, „in dieses kleine gallische Dorf, wo alles anders war“. Zwar erwarteten ihn auch hier Proteste. „Aber es wurde nicht nur gemeckert, es gab Ideen, mir wurde zugehört, wir sprachen miteinander und am Ende konnte ich ein Ergebnis erzielen, mit dem alle zufrieden waren.“ Damals erhielt die Schule die Ausnahmegenehmigung in unterfrequentierter Klassenstärke zwei siebente Klassen zu eröffnen.

Im Laufe der Festveranstaltung, bei der viele Gäste auf die nächsten 50 Jahre anstoßen bzw. es in ihren Glückwünschen formulieren, wird immer wieder ein Blick in die Zukunft geworfen. Wenn Bürgermeisterin Anja Kramer die vergangenen 50 Jahre Schulgeschichte in der Bahnhofstraße 25 Revue passieren lässt, wird deutlich, was dieses „gallische Dorf“ ausmacht. „Hier wurde immer gemeinsam gekämpft: Nicht nur Eltern, Lehrer und Schüler, sondern auch Ortsbürgermeister bzw. Ortsvorsteher, Amtsdirektorin bzw. Bürgermeisterin der Gemeinde und die Gemeindevertreter.“

Eingeladen waren daher auch die, die „50 Jahre dieses Haus mit Leben erfüllten“, wie Schulleiter Jörn Atlas es formuliert. Einen besonderen Gruß und stehende Ovationen gibt es für Christel Rost, die das Schiff „Schule Glöwen“ über die Wende gebracht und mit ihren überzeugenden Konzepten zukunftsfähig machte. Dafür erhält sie den Schulpreis und den Eintrag ins Ehrenbuch der Schule. Sie macht ihrem Nachfolger Mut. Zwar werde man viel Kraft brauchen, um den Standort zu erhalten, aber genauso sicher ist sich Christel Rost über einen positiven Ausgang: „Ihr werdet es schaffen!“, ruft sie allen Anwesenden zu.

Zwei Grußworte führen zwei Generationen zusammen: Stefan Zimmermann, gehörte zum 50. Jahrgang, der in Glöwen im Sommer die Schule beendete. Er bedankte sich bei seinen Lehrern, die ihn und seine Klassenkameraden durch die Schulzeit begleiteten. „Wir waren Schüler mit Ecken und Kanten“, sagt der junge Mann und weiter: „Doch man wird erwachsen und begreift. Und deshalb wollte ich einfach noch einmal Danke sagen.“

Aus der Gruppe der Schüler, die am 1. September 1967 als erste 1. Klasse im neuen Schulgebäude eingeschult wurde, ergriff Birgit Barenthin das Wort. Sie verfolge das Geschehen noch heute, waren doch inzwischen auch ihre Kinder an der Schule. „Für alle war es immer eine tolle Zeit“, unterstreicht sie. Sie weiß genau, dass der Ort von der Schule profitiert und deshalb erhalten werden müsse. Mit ihr sind noch sieben ehemalige Mitschüler der Einladung gefolgt. Sie freuen sich sehr, dass auch ihre einstige Klassenlehrerin Waltraud Kramer gekommen ist. Im November soll das Klassentreffen der 67er Einschüler stattfinden. Sie sind sehr gespannt, wie viele der 42 Jungen und Mädchen kommen werden.

Schon vor der Festveranstaltung können sich die Gäste ein Bild von der Gegenwart an der Oberschule mit Grundschulteil machen. Denn alle Türen im Schulhaus sind geöffnet. Was Lehrer leisten, und „was sie aus den Schülern herausholen“, wie Anja Kramer es bezeichnet, beweisen im Laufe des Programms Chor und Tänzerinnen, deren Leiterinnen Antje Lüß und Renate Duchow für ihr 20-jähriges bzw. 22-jähriges Engagement mit diesen beiden Schulensembles geehrt werden.

Es war ein schöner Tag und es gab wunderschöne Begegnungen, sind sich alle einig. Nun gilt es, die Zukunft des Schulstandortes zu sichern, so wie es das „gallische Dorf“ seit mehr als zehn Jahren erfolgreich tut.

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