Sammelleidenschaft : „Das ist mir irgendwie angeboren“

Dank seines Berufes legte sich der Optiker im Ruhestand, Peter Steinacker aus Berge,  eine umfangreiche Brillensammlung zu.
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Dank seines Berufes legte sich der Optiker im Ruhestand, Peter Steinacker aus Berge, eine umfangreiche Brillensammlung zu.

Ein Sammler durch und durch: Der 75-jährige Peter Steinacker aus Berge, ehemaliger Optiker, sammelt nicht nur Brillen. Indianerfiguren, Biergläser, Trabi-Modelle – alles findet sich bei ihm Zuhause.

svz.de von
21. März 2014, 22:00 Uhr

Über 1500 Indianerfiguren, über 500 Biergläser, 185 Trabi-Modelle und rund 500 Brillen, um nur die größten Sammlungen zu erwähnen. „Ich habe 30 Sammelgebiete. Ich bin Jäger und Sammler“, sagt Peter Steinacker über sich. Der 75-jährige Rheinländer zog vor zehn Jahren nach Berge. In dem Ort war er zuvor mit Bekannten zur Jagd und lernte seine heutige Lebensgefährtin Elvira Scherffke kennen. Bis zu seinem Umzug war er selbstständiger Optiker in Opladen in der Nähe von Köln. „Dank meines Berufes bin ich zum Brillensammeln gekommen“, so der rüstige Rentner. Und seine Sammlung ist beeindruckend, nicht nur wegen des Umfangs.

„Das sind schon alles Schätzchen“, scherzt er. Brillen fließend aus allen Epochen mit Beginn des 17./18. Jahrhunderts nennt er sein eigen. Besonders stolz ist er aus dieser frühen Zeit auf seine Schläfenbrillen und Kneifer aus englischem Sterlingsilber, die er wohlbehütet im Banksafe verwahrt. Oder auch auf seine Schildpattbrillen. „Die gibt’s nur noch antiquarisch, Schildpatt ist mittlerweile verboten“, erklärt Peter Steinacker, der auch eine Fernrohrbrille aus der Ukraine besitzt. „Die hat mir damals eine Mitarbeiterin aus Russland mitgebracht“, erzählt der Optiker im Ruhestand. Ob nun Kneifer, Bohrbrillen, original Mandarin-Brille, Vorhalter oder auch normale Brillen mit Hinterohrbügel aus den verschiedensten Materialien wie Gold, Nickel oder Kunststoff hat er in seiner Sammlung. Und viele bewahrt er noch in den mittlerweile in die Jahre gekommenen Original-Etuis auf.

Steinacker und seine Lebensgefährtin besuchen viele Antiquitätenmärkte und Edel-Trödelmärkte, auf denen er meistens fündig wird, und wenn es noch ein gusseisernes Bügeleisen ist, oder Ferngläser, Originalgemälde, Zinn- oder Porzellanvasen „Es ist manchmal ein bisschen viel“, meint Elvira Scherffke und ergänzt: „Jeder hat sein Hobby. Ich habe den Garten, bin in der Pilzberatung und ich habe Enkelkinder.“

Aber auch Familie und Freunde „versorgen“ Peter Steinacker mit Antiquitäten. „Wenn die irgendwo unterwegs sind und etwas entdecken, rufen sie mich an, ob ich das oder das gebrauchen kann.“ Meistens kann er.

Allerdings habe er gerade bei den Brillen schon reduziert, wenn die Gestelle mit der Zeit brüchig geworden seien. Jedoch gibt er zu: „Ich trenne mich ungern von irgendetwas. Aber wenn ich jemanden kenne und ich habe ein Stück, das er gerne haben möchte, dann gebe ich gern. Es freut mich dann, wenn sich der andere freut“, so der Rheinländer, der die meisten Sammlerstücke selbst abstaubt.

Doch wie kam er eigentlich dazu, sich solche umfangreichen Sammlungen anzuschaffen? „Im Alter von zehn Jahren habe ich mir von meinem Taschengeld meine erste Indianerfigur gekauft. Das Volk der Indianer hat mich sehr interessiert.“ So erwuchs sich daraus seine Sammelleidenschaft, zu der er meint: „Das ist mir irgendwie angeboren.“ Sein Sohn führt zwar das Optikergeschäft in Opladen weiter, aber ob er irgendwann die gigantische Sammlung seines Vaters übernehmen wird? „Wohl eher nicht“.


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