zur Navigation springen
Der Prignitzer

17. Dezember 2017 | 07:27 Uhr

Das große Schnurren

vom

svz.de von
erstellt am 20.Dez.2012 | 06:02 Uhr

Wittenberge / Giesensdorf | Im Winter 2010 gab Simone Scholz in der Tierauffangstation Wittenberge eine Futterspende ab. "Es war sehr kalt", erinnert sie sich. 15 Samtpfoten lebten zu diesem Zeitpunkt hier. Die Eindrücke ließen die Wittenbergerin nicht mehr los. Im April 2011 begann sie, die Station über Zeitungsveröffentlichungen in der Tiervermittlung zu unterstützen. Seit August 2011 arbeitet sie regelmäßig ehrenamtlich in der Versorgung der Tiere mit. Inzwischen sind es nur noch Katzen. Hunde, die im Territorium der Elbestadt aufgegriffen werden, nimmt seit diesem Sommer Fred Poleska in Dergen thin auf. Stefan Alff vom Wittenberger Ordnungsamt kann nicht nur auf die gut funktionierende Kooperation mit ihm und mit Simone Scholz bauen. "Ich möchte unbedingt auch unsere Mitarbeiterin Britta Laleike sowie Frank Junkier und Holger Grüttner erwähnen, die als Hausmeister und Gerätewarte bei der Feuerwehr arbeiten, vieles übernehmen, das in der bzw. für die Tierauffangstation erledigt werden muss", so Alff. Die Vermittlung der Katzen klappt mittlerweile deutlich besser. Vorgestern befanden sich lediglich zwei Stubentiger in der Station: Mia und Pino. Für Kätzchen Mia meldete sich bereits ein Interessent. Pino, der schöne, schwarze Kater, sucht ein liebevolles Zuhause, in dem er wieder Vertrauen zu den Menschen fassen kann. Simone Scholz vermutet, dass er keine so guten Erlebnisse hatte. Überhaupt ist das Schicksal der Samtpfoten, die hier landen, oft unklar. "Die Vorgeschichte kennen wir meist nicht", verdeutlicht sie einen Umstand, der auch eine Hürde in der Vermittlung sein kann. Geld- und Futterspenden nimmt die Auffangstation gern entgegen. Für finanzielle Zuwendungen, so Stefan Alff, gebe es auch Spendenquittungen.

Auffangstation Giesensdorf

Bei Marion Strauch in Giesensdorf (Stadt Pritz walk) schnurrt es, was das Zeug hält. "Normalerweise habe ich den Großteil der Katzen immer um die Weihnachtszeit vermittelt. Aber aktuell sind es sieben, die ein neues Zuhause suchen", sagt die gelernte Schäferin, die seit Jahren als Tierarzthelferin in der Prignitz arbeitet. Da wäre der getigerte Little Robin zu nennen, der in Pritz walk herumirrte - zutraulich und verschmust - oder das schwarz-weiße Maikätzchen Lisa, charakterlich das ganze Gegenteil: schüchtern und zurückhaltend. Auf dem Hof der Strauchs sind die zu vermittelnden Samtpfoten im Vergleich zu den ständig hier lebenden Tieren allerdings in der Minderheit. "Wir haben Pferde, Hühner, Gänse, Kaninchen, natürlich eigene Katzen, einen Hund und Schnupp, das Rehböckchen", berichtet Marion Strauch. Als Baby lag Schnupp Pfingstmontag dieses Jahres am Straßenrand, neben seiner überfahrenen Mutter. Tierfreunde brachten das kleine Reh zur Veterinärpraxis Dr. Kloß nach Pritzwalk. Von dort aus wurde Marion Strauch informiert. Sie schlüpfte in die "Mutterrolle".

Sorge bereitet der Tierfreundin, die zugleich Vorsitzende des Tierschutzvereins Pritzwalk e. V. ist, die Zahl der unkastrierten Katzen. Ein unterschätztes Problem, findet nicht nur Marion Strauch, sondern auch der Tierschutzverein Prignitz, über den wir im ersten Teil unserer Serie berichteten. Mit großem persönlichem Engagement kümmert sich die Giesensdorferin seit rund sieben Jahren vordergründig um Katzen. Futterspenden gab es noch bis vor kurzem regelmäßig von Schlecker. Mit dem Ende der Drogeriekette versiegte diese Quelle. In der Dömnitzstadt nimmt Christine Mahlert in der "Tabakbörse" (Marktstraße) Geld- und Sachspenden entgegen. Eine ehemalige Pritz walkerin, die jetzt in Mannheim lebt, spendet regelmäßig. Überhaupt kann Marion Strauch auf ein gutes Netzwerk bauen. Hilfreich würde sie es finden, wenn Menschen Pflegestellen einrichten könnten, für Stubentiger, die man einzeln halten sollten, weil sie schon älter sind oder eine angeknackste Seele haben. "Das ist hier noch nicht so üblich, wäre aber eine echte Unterstützung."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen