Das große Flattern auf dem Schulhof

Leonie hält einen der Distelfalter in den Händen. Die Kinder aus den 3. und 4. Klassen waren über Wochen mit Begeisterung beim Schmetterlingsprojekt dabei. Fotos: Birgit Hamann
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Leonie hält einen der Distelfalter in den Händen. Die Kinder aus den 3. und 4. Klassen waren über Wochen mit Begeisterung beim Schmetterlingsprojekt dabei. Fotos: Birgit Hamann

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09. Mai 2013, 07:38 Uhr

Perleberg | Kann man Schmetterlingen Namen geben? Natürlich: Die Falter, die diese Woche vom Schulhof der Rolandschule aufstiegen, heißen Raupi, Teddy, Elvis, Schmetti, Alf, Kaja, Foxi, Pepe, Lottchen … Der Fantasie der Mädchen und Jungen aus der 3. und 4. Klasse waren bei der Namensgebung keine Grenzen gesetzt. Was die Aufzucht der Distelfalter aus Raupen angeht, galt es allerdings, genaue Regeln zu befolgen, sich mit der Materie zu beschäftigen.

Heike Rudolph, Lehrerin für Biologie und Physik an der Rolandschule, trug die Idee ins Kollegium, sich am Projekt "TuWas!" zu beteiligen. Entstanden ist es 2006 nach einem Aufruf der Europäischen Kommission, dem abnehmenden Interesse an Technik und Naturwissenschaften geeignete Projekte entgegenzusetzen, die den Trend aufhalten könnten. Initiiert wurde es von der Freien Universität Berlin und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Die Einführung des untersuchenden Lernens soll an möglichst vielen Grundschulen etabliert, die Lehrkräfte bei dieser Aufgabe bestmöglich unterstützt werden. "Es ist einfach lebensnaher Sachunterricht", umreißt es Heike Rudolph.

Die beteiligten Pädagogen aus der Rolandschule absolvierten in Berlin eigens eine Fortbildung. Dann wurden die Experimentiereinheiten für rund 80 Kinder bestellt. Nach den Osterferien konnte es losgehen. Jeder Schüler übernahm die Patenschaft für eine Raupe. Die winzigen Tierchen kamen in Bechergläsern in Perleberg an. Die Kinder mussten sich nun mit den Bedürfnissen der kleinen Lebewesen vertraut machen, die Raupen füttern, ihre Beobachtungen dokumentieren - lebten gewissermaßen mehrere Wochen mit "ihrer" Raupe, die sich nach dem Puppenstadium in einen wunderschönen Distelfal ter verwandelte - ein Schmetterling aus der Familie der Edelfalter, der übrigens zu den Wanderfaltern zählt, pro Jahr bis zu 15 000 Kilometer zurücklegt.

Dienstag stiegen die Falter unter dem Applaus der Rolandschüler und des Lehrerkollegiums in den Himmel auf. Damit solche und ähnlich einprägsame Unterrichtsformen weiterhin stattfinden können, sei finanzielle Unterstützung unerlässlich, macht Heike Rudolph deutlich. Die Experimentiereinheiten für die Kinder wurden aus dem Topf des Fördervereins bezahlt. Damit das Projekt für Brandenburg nicht verloren geht, müsse es weiter genutzt werden. "Bei uns würden sich auch die zweiten Klassen gern beteiligen", so Rudolph.

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