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Der Prignitzer

22. Oktober 2017 | 19:45 Uhr

Das große Feiern nach der Flut

vom

svz.de von
erstellt am 09.Sep.2013 | 10:55 Uhr

„Es ist nicht zu glauben, ein Unterschied wie Tag und Nacht.“ Thomas Seefeld ist Feuerwehrmann aus Trampe. Als das Elbhochwasser die Prignitz bedrohte, wurden er und die anderen 45 Mann aus dem Brandschutzzug 4, der im Amt Biesenthal im Barnim zu Hause ist, Richtung Prignitz in Marsch gesetzt.

Seefeld hat wie auch Gunter Hirte aus dem selben Zug die Elbe als riesigen Strom, als Bedrohung erlebt. Am Samstag sah er einen friedlichen Fluss inmitten grüner Wiesen. Die Kameraden gehörten zu jenen, die am Sonnabend der Einladung von Land und Landkreis in den Nedwighafen gefolgt waren. Das Land bedankte sich mit einer Party bei allen Einsatzkräften und Helfern. Im Schnitt waren an einem Hochwassertag laut Prignitzer Katastrophenschutzamt 1400 Einsatzkräfte bei der Deichsicherung. Dazu kamen dann noch rund 550 freiwillige Helfer am Tag.

„Aus dem Barnim waren insgesamt 142 Kameraden hier zum Einsatz“, sagt Hirte, er ist dort stellvertretender Amtsbrandmeister. Die Männer erinnern sich, dass „wir bei einem Dorf, das Weisen heißt, den Deich verbaut haben“. Auch ein Sportplatz war in der Nähe. Da habe es auch nicht gut ausgesehen. Augenscheinlich haben die Barnimer zu jenen gehört, die den Rehwischdeich verteidigten. Der Deich konnte gehalten, das dortige Instandhaltungswerk gesichert werden. „Dann haben wir was gekonnt“, sagen die Kameraden. Für sie das es eine sehr gute Nachricht. Sie stoßen an . Die Einsatztage waren hart, der Schlaf in der Turnhalle, „in der wir untergebracht waren, trotz Hitze gut“. „Und wem’s zu warm war, der hat draußen im Auto geschlafen.“

Vor der Dankeschönparty fand Samstag an der Elbe ein Dank- und Bittgottesdienst für die ehrenamtlichen Helfer bei der Hochwasserkatastrophe und für die von Hochwasser betroffenen Menschen statt. Gut 200 offizielle Gäste und Prignitzer lauschen der Predigt, in der der Bischof der Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, die Notwendigkeit des Gemeinsinns für den gesellschaftlichen Zusammenhalt hervorhob: „Dass Menschen Lasten miteinander teilen und nicht jeder und jede nur an sich selbst denkt, ist ein hoffnungsvolles Zeichen für unsere ganze Gesellschaft.“

Je später der Abend wurde, desto mehr füllte sich das Hafengelände. Auf der Bühne wurde getalkt. Breeses Bürgermeister Werner Steiner gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Gelder für die Flutopfer vom Land jetzt zügig ausgezahlt werden. Ein Höhepunkt der offiziellen Feierlichkeiten war dann ohne Zweifel ein gemeinsamer Auftritt von Landrat Hans Lange und Ministerpräsident Dietmar Woidke. Gemeinsam dirigierten sie das Landespolizeiorchester, als die Musiker Brandenburgs Roten Adler aufsteigen ließen. Aus vollem Herzen sangen die Prignitzer mit.

Tausende erlebten dann zu späterer Stunde die stimmgewaltige Sängerin Angelika Weiz. Dann standen die Musiker von „Alphaville“ auf der Bühne. Die Stimmung stieg. Barbara Haak

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