Das Dach wird der i-Punkt

Nächster Abschnitt im Museum soll neugestaltet werden: Dachgeschoss moderner – Innenhof spannender

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05. September 2015, 12:00 Uhr

Mit seinem mehr als 35 000 wertvollen und archäologisch bedeutsamen Fundus ist das Stadt- und Regionalmuseum ein kulturhistorisches Kleinod – und seit gut 22 Jahren immer wieder eine Baustelle – mal kleiner, mal größer. Gut 1,  8 Millionen Euro wurden in den Jahren hier investiert, um auch die räumlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen, die Expositionen heutigen Gegebenheiten und Ansprüchen entsprechend neu- oder umzugestalten.

Der größte Teil präsentiert sich inzwischen in neuem Outfit. Nun soll auch noch im Dachgeschoss Hand angelegt werden bei der volkskundlichen Ausstellung. Frank Riedel, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Museum, informierte in dieser Woche die Mitglieder des städtischen Kulturausschusses über das angedachte, neue Konzept für diesen Bereich. Er soll künftig die landwirtschaftliche Geschichte der Westprignitz von 1810 bis 1960 beherbergen – also von der Zeit der Stein-Hardenbergschen Reformen bis zur Kollektivierung. Letzteres prägt die Prignitz mit ihren großen Feldern und Flurstücken bis in die heutige Zeit. Den Hintergrund für diese Ausrichtung liefert das Haus im Mönchort zum Teil selbst: Von 1906 bis 1931 befand sich hier die „Landwirtschaftliche Winterschule Perleberg“. Auch dieser Aspekt werde in der Neugestaltung eine Rolle spielen, so Frank Riedel.

Nicht nur das Dachgeschoss mit seiner Nutzfläche von 118 Quadratmetern, sondern auch der Innenhof mit Remise und Ziegelschuppen sollen umgestaltet werden. Die früher verbreiteten Berufe des Schmiedes und des Stellmachers werden dabei dem Besucher näher gebracht. Dazu wolle man einen historischen Leiterwagen mit eisernen Radreifen, der sich im Depot befindet, und einen Blasebalg – derzeit in Dergenthin – gewissermaßen reaktivieren und im Museumshof ins Blickfeld rücken. Gleiches gilt für den Bestand an „Feierabendziegeln“ (Sammelbegriff für handgefertigte, gestaltete Dachziegel). 120 Stück nennt das Perleberger Museum sein Eigen, hat damit brandenburgweit mit die meisten vorzuweisen. Was die Landwirtschaftshistorie angeht, will die Einrichtung sehr stark in die Region schauen, damit auch dem Namenszusatz „Regionalmuseum“ gerecht werden. Als Beispiele nennt Frank Riedel das Gut Groß Pankow, den Brüning-Hof in Hohenvier sowie Kyritz – der Ort, an dem am 3. September 1945 die Bodenreform ausgerufen wurde.

Mit Landes- und städtischen Mitteln sollen rund 86 000 Euro in das Vorhaben investiert werden, etwa 21 500 Euro davon würden auf Perleberg als Eigenanteil entfallen, wenn die Förderung bewilligt wird. Vorausgesetzt, es läuft alles optimal, könnte dieser Bereich des Museums im Frühsommer nächsten Jahres seiner Bestimmung übergeben werden.

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