Ferbitz : Das Aufforsten beginnt

Über Fördermöglichkeiten bei der Wiederaufforstung berät Förster Uwe Roese die Waldbesitzer.
Über Fördermöglichkeiten bei der Wiederaufforstung berät Förster Uwe Roese die Waldbesitzer.

Waldbesitzer erhalten Informationen über Förderung und über geeignete Baumarten

svz.de von
14. Februar 2019, 11:08 Uhr

Die Folgen des schweren Herbststurms im Oktober 2017 und des extrem trockenen Sommers 2018 beschäftigen Prignitzer Waldbesitzer. Rund 300 von ihnen sind Mitglied der Forstbetriebsgemeinschaft Ferbitz. Deren Geschäftsführer Holger Galonska informierte Mitglieder auf einer Fachexkursion über Möglichkeiten der Aufforstung.

„Wir haben eine ganze Reihe von Flächen, wo kein Baum mehr steht“, sagt Galonska. Schlimmer noch als der Windwurf seien die durch den Borkenkäfer verursachten Schäden. In den kommenden Wochen soll mit der Aufforstung begonnen werden.

Hilfreich seien mehrere beschlossene Förderprogramme der Landesregierung. „Sowohl pflanzvorbereitende Maßnahmen als auch der Kauf von Bäumen wird gefördert, besonders das Aufforsten mit Laubbäumen“, sagt Galonska. Je nach Standort rät er Waldbesitzern zu verschiedenen Baumarten. „Die Esskastanie hat sich sowohl gegen den Sturm als auch gegen die Trockenheit als sehr resistent erwiesen.“ Auch der Riesen-Lebensbaum sei eine Alternative.

Wirtschaftlich würden sich beide Arten rechnen. Der Lebensbaum erziele mit 150 Euro pro Festmeter ähnlich gute Erlöse wie die Kiefer. Die Esskastanie sei mit der wertvollen Eiche vergleichbar, für die zwischen 500 und 1000 Euro gezahlt werde. Lärchen hätten einen Wert von etwa 300 Euro und können ebenfalls angepflanzt werden. „Sie und auch Douglasien haben den Stress durch die Trockenheit gut vertragen“, erklärt Galonska.

Beim Aufforsten gehe man zunehmend neue Wege. Mit einem Pflanzbohrer werden wesentlich größere Löcher angelegt. Deshalb können ältere Bäume gesetzt werden. Sie kommen schneller in Kultur, verringern den Pflegeaufwand, das Risiko von Verbiss durch Wildtiere sinke.

Wichtig für ein gutes Anwachsen sei noch mehr Feuchtigkeit. Die jüngsten Niederschläge hätten die monatelange Trockenheit längst noch nicht ausgleichen können. „Der Waldboden ist nur zehn bis 15 Zentimeter durchfeuchtet“, so Galonska. Trotzdem wolle man nicht länger warten.

Für die Beantragung von Fördermitteln könnten sich Waldbesitzer an ihre zuständigen Revierförster wenden, rät Galonska. Diese seien kompetent und würden gerne helfen.

Die Forstbetriebsgemeinschaft Ferbitz verwaltet und betreut für ihre rund 300 Mitglieder 7000 Hektar Waldfläche. Damit ist sie eine der größten in Brandenburg. Die meisten Flächen liegen im Gadower Forst. Inzwischen kommen die Mitglieder aber aus der ganzen Prignitz. Waldflächen befinden sich auch in Groß Warnow, Dallmin, Glöwen, Haaren.

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