Viel Andrang bei der Schulung : Das Abc der Motorsäge

Volle Konzentration: Ralf Galonska (l.) gibt Tipps für den Umgang mit der Motorsäge. Fotos: Reik Anton (2)
1 von 2
Volle Konzentration: Ralf Galonska (l.) gibt Tipps für den Umgang mit der Motorsäge. Fotos: Reik Anton (2)

Mehr als doppelt so viele Teilnehmer am Kurs von Holger Galonska – Schuld ist Sturm „Xavier“

23-76616880_23-77885790_1457459114.JPG von
06. November 2017, 12:00 Uhr

Das Dröhnen von Motorsägen durchdringt die Wälder um Lanz, Birkholz und Gadow. Kleine Gruppen von Menschen mit Signalbekleidung stehen am Sonnabend zwischen umgekippten Nadelbäumen. Holger Galonska, Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft FBG Ferbitz, veranstaltet seinen alljährlichen Motorsägen-Kurs.

Dank Sturm „Xavier“ sind dieses Mal deutlich mehr Teilnehmer zusammengekommen. „Wir sind 25, vergangenes Jahr haben zehn Leute mitgemacht“, erklärt Galonska. Die Grundstücks- und Waldbesitzer aus Breese, Lenzen, Wittenberge, Perleberg oder auch Wittstock/Dosse wollen wissen, wie eine Motorsäge richtig benutzt wird, welche Sicherheitsaspekte bedacht werden müssen. „Das fängt schon bei der Schutzbekleidung an“, weiß Holger Galonskas Sohn Ralf. Der angehende Förster steht mit seinen „Schülern“ in einem Waldstück bei Lanz, wo es viel Windwurf gab. Geübt wird, Bäume auszuasten und zu fällen. Den theoretischen Teil des Kurses absolvierten alle bereits am Freitag. „Die Kursteilnehmer erfahren, unter welcher Spannung das Holz steht, wie sie einen Baum so fällen, dass er auch dort landet, wo er soll.“ Außerdem geht es darum, das Holz so zu sägen, dass möglichst wenig Verschnitt entsteht. Wenn das Holz aufreißt, kann es nicht mehr verkauft werden. Bei den Kursteilnehmern ist die Schadensbilanz nach dem Sturm unterschiedlich. Einige haben nur geringe Verluste, andere hat es schlimmer getroffen. Bis zu einem Drittel seiner Bäume habe ein Waldbesitzer verloren, ist zu hören. Holger Galonska rechnet in seiner FBG mit ihren 230 Mitgliedern und knapp 6000 Hektar Wald mit mindestens 100 000 Festmetern an Sturmschäden. Axel Peters aus Dallmin hatte Glück, in seinem Privatwald hat „Xavier“ nicht so stark gehaust. „Ich mache bei dem Kurs mit, um alles nochmal aufzufrischen. Eine tolle Sache, dass so etwas angeboten wird.“

Das sieht Matthias Schielke ähnlich. Der Sicherheitsgedanke sei ausschlaggebend für seine Teilnahme an der Schulung gewesen. „Ich habe einige Sachen gelernt, über die ich bisher nicht so wirklich nachgedacht hatte. Darauf werde ich künftig besser achten“, erzählt der Grundstücksbesitzer aus Perleberg. Gemeinsam mit einigen anderen absolviert er seine Praxisübung in einem Waldstück nahe der Oberförsterei Gadow. Deren Mitarbeiter Ralph Bütow steht mit einem anderen Kursteilnehmer an einem umgestürzten Baum. „Wo musst du stehen, damit dir nichts passiert? Wohin könnte der Stamm ausschlagen?“, fragt er den jungen Mann, bevor dieser Hand an den Baum anlegt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen