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Nach Brand in Wittenberger Innenstadt : „Dann war nichts mehr in Ordnung“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Detlef und Birgit Runge stehen nach dem Brand vor den Trümmern ihres Optikergeschäfts. Freitag eröffnen sie im Laden gegenüber

von
erstellt am 06.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Auf der Bahnstraße nahe des Hauses mit der Nummer 31 riecht es gestern Vormittag noch immer nach kaltem Rauch. Ganz zu Schweigen von den sichtbaren Spuren, die Flammen und Qualm an der Fassade hinterlassen haben. Am Sonntagnachmittag wurde das Haus Opfer eines Feuers (wir berichteten). Die Brandursache ist bisher unklar.

Detlef und Birgit Runge, die das Optikergeschäft Tautenhahn im Erdgeschoss betreiben, sind gestern damit beschäftigt, das Ausmaß des Schadens zu begutachten. Aber sie sorgen auch dafür, dass es so schnell wie möglich mit dem Geschäft weitergehen kann. „Wir werden in den Laden gegenüber ziehen, in dem einst die Buchhandlung war. Unsere Mitarbeiter richten dort schon alles her, am Freitag werden wir den Laden öffnen können“, erzählt Birgit Runge sichtbar ergriffen.

Kaum etwas von der Ladenausstattung sei noch zu gebrauchen. Das Löschwasser hat zwar die Flammen besiegt, aber auch den Möbeln zugesetzt. Von der Decke tropft stellenweise noch Wasser herunter. „Ich möchte nicht zu lange hier drin bleiben. Wer weiß, ob hier noch etwas herabfällt“, sagt Birgit Runge.

Ihr und ihrem Mann gehört das gesamte Haus, in dem sich seit 2002 der Laden befindet. „Ich denke, es ist ein Totalschaden“, sagt Detlef Runge und blickt sich unsicher um. Statiker und Kriminalpolizisten sahen sich am späten Vormittag das Gebäude an, dann stand fest, dass die Zwischendecke stark beschädigt ist und komplett herausgenommen werden muss. Der entstandene Schaden wird laut Polizei auf 200 000 Euro geschätzt. Die gute Nachricht ist, dass die Werkstatt mit den Geräten nicht in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Hier kann noch gearbeitet werden.

Von einem Mitarbeiter der benachbarten Tanzschule erhielt Detlef Runge am Sonntagnachmittag einen Anruf, ob es in seinem Haus brennen würde. „Dann war nichts mehr in Ordnung, die Welt war aus den Fugen. Ich habe mir schnell eine Jacke übergezogen und bin hingefahren“, erzählt Detlef Runge. Als er eintraf, war die Feuerwehr schon da. Die Flammen schlugen aus den Fenstern, 26 Kameraden der Wehr aus Wittenberge und zwölf aus Weisen bekämpften das Feuer, was wegen der starken Rauchentwicklung kompliziert war.

„Der Brand breitete sich in einer Zwischendecke aus, so dass die Kameraden mühsam den Boden aufnehmen mussten, um die letzten Glutnester ablöschen zu können, welche mit Hilfe der Wärmebildkamera entdeckt wurden“, so Wittenberges Wehrsprecher Norman Rauth. „Als ich gesehen habe, wieviel Wasser eingesetzt werden musste, wusste ich, dass das furchtbar wird“, schildert Detlef Runge seine Eindrücke. Das Ehepaar bedanke sich ausdrücklich bei den Feuerwehrmännern für die schnelle Hilfe und ihren Einsatz. „Und auch bei den Nachbarn, die gleich mit Kaffee und Kuchen kamen. Diese Unterstützung ist toll“, betont Birgit Runge. Aufgeben wollen die beiden auch in dieser schweren Lage jedoch nicht. „Es ist ein herber Schlag ins Kontor. Wir werden den Laden aber wieder eröffnen. Das haben wir uns fest vorgenommen“, sagt Birgit Runge.

Menschen wurden bei dem Brand nicht verletzt, allerdings starb eine Katze in dem Feuer. Insgesamt befinden sich in dem Haus drei Mietwohnungen. Dort, wo das Feuer ausbrach, lebte bisher eine Familie mit vier Kindern, die nun vor dem Nichts steht und vorübergehend in einer Wohnung der Wohnungsgenossenschaft Elbstrom untergekommen ist. „Die Mieter der anderen beiden Wohnungen mussten ebenfalls vorübergehend ausziehen. Aber wir hoffen, dass heute noch Strom und Gas wieder angeschlossen werden und sie zurück können. Die Wohnungen haben einen separaten Aufgang und sind nicht von der kaputten Zwischendecke betroffen“, erklärt Detlef Runge.

 

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