Austrotherm aus Wittenberge hilft : Dämmplatten retten Skisaison

Mit Platten von Austrotherm wurde das Schneedepot abgedeckt. Fotos: Stefan Hollaus (2)
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Mit Platten von Austrotherm wurde das Schneedepot abgedeckt. Fotos: Stefan Hollaus (2)

Austrotherm dichtet über die Sommermonate Schneedepot in den Alpen ab und hat damit Erfolg

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18. März 2016, 20:45 Uhr

Frau Holle hat in Wittenberge eine Ferienwohnung. Davon spüren zwar die hiesigen Kinder wenig, aber wer ins 800 Kilometer entfernte Kitzbühel in den Winterurlaub fährt.

Dort, in den österreichischen Alpen, wo der internationale Skizirkus Station macht und Freizeitsportler die Pisten hinunter jagen, gab es schon im vergangenen Oktober Schnee. Zu verdanken ist das dem Dämmstoffwerk Austrotherm.

Das hat zwar keinen Pakt mit Frau Holle geschlossen, kann aber mit technischen Knowhow helfen. Wie bringt man 20 000 Kubikmeter Schnee über den heißen Sommer, wenn man keinen gigantischen Gefrierschrank besitzt? Vor dieser Frage standen im vergangenen Jahr Betreiber einer Piste in Kitzbühel.

Sie stellten die Frage an Austrotherm, das Mutterwerk befindet sich bei Wien. „Man bedeckt den Schnee mit unseren XPS-Platten“, kennt Pressesprecher Stefan Hollaus die Antwort. Was Häuser vor Kälte und Hitze schützt, müsste auch in der Natur funktionieren, lautet die These.

Bereits im vergangenen Frühling hatten die Kitzbüheler auf der 1900 Meter hohen Resterhöhe den Schnee deponiert. „Wir dichteten die Fläche mit unseren Platten ab, zehn Zentimeter stark. Darüber wurde eine Silofolie ausgebreitet“, so Hollaus. Es sind die gleichen Platten, wie sie im Werk Wittenberge produziert werden. In diesem Fall kamen sie aber aus einem österreichischen Werk.

Der vergangene Sommer war ungewöhnlich heiß, die Spannung stieg. Niemand wusste, ob überhaupt und wenn ja, wie gut das System funktionieren würde. „Im Oktober riskierte man einen Blick unter die Platten und war mehr als erfreut: Rund 20 000 Kubikmeter Schnee hatten den Sommer überstanden und noch dazu in einer sehr guten Qualität“, sagt der Pressesprecher. Damit seien mehr als 83 Prozent des Schnees gerettet worden.

Da die Betreiber der Pisten auf Kunstschnee weitestgehend verzichten konnten, sei auch noch Strom im Wert von 25 000 Euro sowie Wasser gespart worden.
In vier Tagen war die Piste präpariert. Mit einer Schneehöhe von rund 50 Zentimetern, einer Länge von 700 Metern und einem Höhenunterschied von 200 Metern wurde die Piste vom Internationalen Skiverband offiziell anerkannt und für Skirennen zugelassen.

Beim FIS-Slalom der Herren, am 14. November konnte sie sich mit drei österreichischen Siegern bereits bewähren. Und auch die Freizeit-Wintersportler haben den frühen Saisonstart hervorragend angenommen. Bereits am 24. Oktober startete der Skibetrieb.
Die Idee der Schneedepots könnte zukunftsfähig sein. Der zu Ende gehende Winter war deutlich zu warm, darunter litten viele Skigebiete. Auf der Resterhöhe wurden die Austrotherm-Platten eingelagert. Sie sollen im Frühjahr wieder in Aktion treten.

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