Wohnhausbrand in Pritzwalk : Dachstuhl lichterloh in Flammen

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Feuerwehr rettet Bewohner, einen mittels Korb des Teleskopmastes / Gerücht über Brandstiftung nach einem Streit macht die Runde

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16. Juli 2014, 22:00 Uhr

Kurz nach Mitternacht heißt es Großalarm für die Kameraden der Feuerwehr aus Pritzwalk und Umgebung. Im Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses  in der Roßstraße ist ein Feuer ausgebrochen, das sich schnell ausbreitet. Nach wenigen Minuten sind die Einsatzkräfte vor Ort. Zunächst deutete aber nur starker Rauch auf das hin, was sich im Gebälk unter den Dachziegeln abspielt. Die Kameraden  legen Atemschutzgeräte an, leiten Rettungsmaßnahmen ein, um die Bewohner aus dem Gebäude zu bringen. „Wir wussten zunächst nicht, wieviele Menschen noch im Haus sind“, berichtet Ortswehrführer Peter Gronau.

Rettung über Treppen

und TeleskopmastDie Lösch- und Rettungsarbeiten laufen, plötzlich ein dumpfer Schlag: Brandgase entzünden sich, meterhohe Flammen schlagen nun aus dem Dach in den  Nachthimmel. Jetzt muss es noch schneller gehen. Vier Personen können sich selbst über das Treppenhaus in Sicherheit bringen, zwei werden von der Feuerwehr gerettet, einer davon mit dem Korb des Teleskopmastes über ein Fenster. Ein Mann, der lediglich Unterwäsche am Leib trägt, wird von der Feuerwehr in eine Decke gehüllt, damit er nicht auskühlt.

Die Bewohner sind geschockt, berichten, wie sie durch das Feuer aus dem Schlaf gerissen wurden. Als sie ihre Wohnungen verlassen wollen, seien sie auf eine Feuerwand getroffen und hätten keine andere Wahl gehabt, als auf die Feuerwehr zu warten.

 

Bereits während der Löscharbeiten ist klar, dass der Schaden immens ist. Am Morgen steht fest, dass zwei Wohnungen durch das Feuer unbewohnbar geworden sind, die Mieter kommen bei Freunden unter. Nach Abschluss des Einsatzes  bekommen die Bewohner Gelegenheit, ihre wichtigsten persönlichen Sachen und Kleidung zu holen – zumindest das, was Feuer und Löschwasser übrig gelassen haben.

Derzeit noch offen ist, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Nur Stunden vor dem Notruf  war die Polizei wegen einer Ruhestörung zu dem Haus gerufen worden. Es soll Streit zwischen Mietern gegeben haben. Unbestätigten Aussagen zufolge, sollen  Schreie auf der Straße zu hören gewesen sein, jemand gedroht haben: „Wenn ihr nicht aufhört, zünde ich euch die Bude an“.

Kriminaltechniker forschen nach Ursache 

Die Polizei ermittelt bereits.  Kriminaltechniker nehmen den Unglücksort  am Mittwoch in Augenschein, um die genaue Brandursache zu  ermitteln. Der Brandort und die beschädigten Wohnungen sind von der Feuerwehr beschlagnahmt.

Die Pritzwalker Feuerwehr und vier weitere Wehren aus der Umgebung waren mit   43 Kameraden vor Ort.  „Die Schwierigkeit lag vor allem darin,  Zugang zum Brandherd im Dachgeschoss und den im Haus befindlichen Personen zu bekommen“, resümiert der Einsatzleiter. „Aber das haben die Männer gut gelöst, mit dem Einsatz können wir zufrieden sein.“

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