zur Navigation springen
Der Prignitzer

16. Dezember 2017 | 02:37 Uhr

Ärger in Putlitz : Dachschaden am Rathaus

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Trauzimmer und Bibliothek mussten ausziehen

von
erstellt am 22.Feb.2015 | 10:00 Uhr

Angefangen hat alles mit einer Beule am Giebel des denkmalgeschützten Rathauses in Putlitz. Jetzt ist gar eine Straße neben dem Gebäude gesperrt worden und durch das Fachwerk hindurch kann man an einigen Stellen die Sterne am Nachthimmel funkeln sehen. Das Rathaus ist ein Sanierungsfall.

Nach Beratung mit dem Amtsdirektor entschloss man sich, einen Statiker zu konsultieren. Der regte an, im Innern den Giebel frei zu legen, um die Ursache der Beule ermitteln zu können. Je mehr frei gelegt wurde, desto mehr Schäden kamen zu Vorschein, fasst Bürgermeister Bernd Dannemann zusammen.

„Wenn man durch das Fachwerk den Himmel sieht, wird einem etwas mulmig. Direkt unter dem Dach gibt es breite Spalten und selbst im Giebel im Trauzimmer scheint die Sonne durch das Holz“, sagt er. Weil die Gefahr besteht, dass Teile der Gefache aus dem Giebel fallen könnten, bleibt die Waagestraße.
Das Trauzimmer ist geschlossen, Bibliothek und Infothek sind in einen anderen Gebäudeteil umgezogen. Entstanden sind die Schäden, weil die Holzbalken verrottet sind und das Fachwerk teilweise nachgesackt sei. Da das Rathaus unter Denkmalschutz steht, musste auch die Denkmalbehörde des Landkreises hinzugezogen werden.

„Auf dem alten Putz im Trauzimmer wurden Farbreste entdeckt, die untersucht werden. Man sieht aber auch, dass die Gefache schon zu DDR-Zeiten mit Ziegeln und Hohlblocksteinen repariert wurden“, so Dannemann. Fakt ist: Eine Sanierung ist unaufschiebbar.

Der Haushalt der Stadt Putlitz ist noch nicht beschlossen. Die Stadtverordneten wollen zunächst nicht öffentlich beraten. Erste Schätzungen gehen von etwa 140 000 Euro Sanierungskosten aus. „Ein Gutachten ist in Arbeit, das Ergebnis müssen wir abwarten, genau wie die Ergebnisse der Ausschreibung“, so Dannemann, der finanztechnisch das schwierigste Jahr in seiner 17-jährigen Amtszeit erwartet.
Wichtig sei ihm, das die Infothek und die Bibliothek geöffnet bleiben. Geplante Trauungen können im Putlitzer Herrenhaus oder im Bürgermeistersaal stattfinden, sagt Dannemann.

Wichtig sei unter diesen Gesichtspunkten, das im Zuge der Haushaltsdiskussion keiner der Ortsteile benachteiligt oder bevorzugt werde was die Investitionen für dieses Jahr betreffe. Aber Spielraum sieht Dannemann keinen. „Das Rathaus hat oberste Priorität.“

An freiwilligen Aufgaben wolle die Stadt ebenfalls festhalten, das Schwimmbad stehe nicht zur Debatte. Denn wenn das Schwimmbad erst ein Jahr geschlossen sei, werde es wohl schwer, es wieder in Betrieb zu nehmen.
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen