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Landesgartenschau : Da rollt Großes auf die Prignitz zu

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Sechs Jahre nach Prenzlau gibt es wieder eine Landesgartenschau: 2019 in Wittstock

von
erstellt am 09.Jan.2017 | 12:00 Uhr

Da rollt etwas Großes auf die Prignitz zu, genau genommen ist es 13 Hektar groß: die Maße des Areals, auf dem 2019 die Landesgartenschau (Laga) in Wittstock/Dosse stattfinden wird.

Den Rahmen für die Laga bilden die historische Altstadt mit der nahezu geschlossenen Stadtmauer sowie die Wallanlagen. Ergänzend soll der Amtshof – im Bereich der Museen Alte Bischofsburg – als Veranstaltungsort entwickelt werden. Groß ist das Projekt aber auch noch aus anderen Gründen. Die Stadt investiert parallel in die Bahnhofsgebäude und das -umfeld – derzeit noch hässlich und brach und keine schöne Visitenkarte an diesem westlichen Eingang der Dossestadt.

Bahnhofsempfangsgebäude und der große Güterschuppen werden während der Laga Funktionen übernehmen, so dient der Güterboden als Blumenhalle. Und auch für die Zeit danach sind die Nutzungen bereits klar. Jean Dibbert, Sprecher der Stadt und zugleich der Gartenschau, betrachtet die Laga als Katalysator, der geeignet ist, städtebauliche Missstände zu beseitigen. „Ohne dieses Ereignis wären wir die Sache natürlich auch angegangen, hätten aber wohl zehn Jahre länger benötigt“, sagt er mit Blick auf das Bahnhofsareal.

Laga-Geschäftsführer Christian Hernjokl legt seinen Fokus auf den grünen Gürtel der Stadt, in dem sich die eigentlichen Gartenschauaktivitäten abspielen werden. Die ersten sichtbaren Tätigkeiten, wie Schnitt-Arbeiten, sollen bereits im ersten Quartal 2017 beginnen. Außerdem erfährt die Internetseite (www.laga.wittstock.de) voraussichtlich im Februar einen Relaunch. „Es muss auch losgehen, obwohl wir vermeintlich noch jede Menge Zeit haben. Aber, vor dem Laga-Start liegen beispielsweise noch drei Winter – niemand weiß, wie die Witterungsverläufe bis zum Frühling 2019 sind. Auch die Genehmigungsprozesse sind nicht minutiös zu timen“, macht Hernjokl deutlich. Der Uckermärker bringt in Wittstock, wo er die Woche über wohnt und arbeitet, seine Erfahrungen als Geschäftsführer der Laga in seiner Heimatstadt Prenzlau (2013) ein. Auch, wenn er seinen eigenen Part betreut, arbeiten Laga GmbH und Stadt eng zusammen. „Man muss alle Aktivitäten als Ganzes sehen“, unterstreicht Hernjokl.

Das „Vorgeplänkel“ zur Gartenschau endete am 1. Juni 2016. Da nahm Christian Hernjokl seine Geschäftsführertätigkeit auf. Im Mai wurde die Laga-Gesellschaft gegründet. Die Stadt hatte ihrerseits eine fertige Planung in der Schublade, als das Land Brandenburg die Gartenschau für 2019 ausschrieb. „Bereits Ende der 1990er Jahre bekannte sich Wittstock zur Umsetzung einer solchen Idee. 2010 wurde dann noch einmal ein Votum des Stadtparlaments dafür eingeholt“, blickt Jean Dibbert zurück.

Möglicherweise mehr als andere Gartenschauen der zurückliegenden Jahre wird die Laga in Wittstock einen starken Schub für die Innenstadt, also den Bereich innerhalb der Stadtmauer, bringen, kombiniert mit dem unmittelbar angrenzenden Bahnhofsgelände. Zudem werde sie eine Schau der kurzen Wege sein. Das ist zumindest das erklärte Ziel der Macher. Der Schub werde sich zudem wirtschaftlich auswirken, denn baulich und landschaftsgärtnerisch werden demnächst zahlreiche Projekte ausgeschrieben und in relativ kurzer Zeit umgesetzt. „Mit Gartenschauen holen wir bis zu 20 Jahre Stadtentwicklung auf und es bleibt Geld in der Region“, so Hernjokl.

Dabei sieht Wittstock sich nicht nur selbst, sondern blickt bereits auf das Fontanejahr 2019. Hauptausrichter für „Fontane 200“ (Theodor Fontanes Geburtstag jährt sich 2019 zum 200. Mal) ist Neuruppin. Auf dem Laga-Gelände wird es einen thematischen Bezug dazu geben. Natürlich haben die Laga-Verantwortlichen auch den Brandenburg-Tag 2018 in Wittenberge im Blick. Die Fühler dorthin sind bereits ausgestreckt, „davon werden wir auch zehren“, sagt Jean Dibbert.

Touristisch und was das Image angeht, erhoffen sich Wittstock und das Umland so einiges von der Laga. „Wir wollen einen Einblick in die Region geben und die Leute zum Wiederkommen animieren“, formuliert Jean Dibbert ein Ziel. Man rechnet mit rund 90 Prozent Tagesgästen, sehr viele davon mit eigenem Pkw, die meisten aus einem Umkreis von maximal zwei Autostunden. Darauf stellen sich die Organisatoren auch parkplatztechnisch ein. Außenstandorte sind – aus der Erfahrung vergangener Landesgartenschauen – nicht geplant. „Die gab es schon, haben aber nie so richtig funktioniert“, sagt Christian Hernjokl. Stattdessen setzen die Macher auf den Ideenreichtum der Orte in der Umgebung, die sich natürlich einbringen können und sollen. Ebenso, wie Aktive aus der Stadt. Was das angeht, hat Jean Dibbert gar keine Sorge: „Die Erwartungshaltung und die Vorfreude hier sind wirklich riesengroß. Wir müssen da eher um noch ein wenig Geduld als um Unterstützung bitten.“  

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