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Der Prignitzer

18. Dezember 2017 | 08:09 Uhr

Crosser wüten auf dem Rapsacker

vom

svz.de von
erstellt am 18.Sep.2013 | 06:28 Uhr

Perleberg | Rasant und rücksichtslos donnern sie mit ihren Crossmaschinen durch Wald und Flur, hinterlassen eine Spur der Verwüstung. Betroffene und Polizei sind ganz offensichtlich machtlos. Rund um Perleberg ist es besonders schlimm.

Landwirt Frank Schmidt hat die Nase gestrichen voll. Endgültig. Er hockt auf seinem Acker bei Sükow und zeigt fünf Fahrspuren. Vergangenen Freitag gegen 17 Uhr sollen die Unbekannten hier gefahren sein. Die Spuren führen mehrere hundert Meter bis hinüber zum Neuen Hennings Hof und wieder zurück. "In den Spuren sind die jungen Rapspflanzen zerstört", sagt Frank Schmidt. Er geht einige Schritte nach links und zeigt auf kreisförmige Reifenabdrücke. "Hier haben sie richtig wilde Sau gespielt, noch mehr Schaden angerichtet."

Ernteverluste im nächsten Jahr erwartet

Der aufgewirbelte Sand decke Pflanzen zu, die Räder zerstören die aufgetragene Schicht Pflanzenschutz. Unkraut werde hier wachsen. Für eine neue Aussaat sei es zu spät, die Folgen unabwendbar: "Es wird Ernteverluste geben. Ich rechne mit einem Schaden von 4000 Euro", sagt Landwirt Schmidt und ergreift die Initiative: "Ich setze 1000 Euro Belohnung für Hinweise aus, die zur Ergreifung der Täter führen."

Seit 2001 betreibt er in Sükow die Hähnchenmast GmbH. Probleme mit Crossfahrern hätte es immer wieder mal gegeben. Mittlerweile seien es aber keine Einzelfälle mehr, sondern sei daraus ein Volkssport geworden. Die Unbekannten kommen nicht aus Sükow. Da sei er sich sicher. Mit ihren schnellen und geländegängigen Maschinen sei es kaum möglich, sie zu fassen.

Das bestätigt Perlebergs Stadtförster Stefan Koepp. "Bis wir mit einem Pkw gewendet haben, sind sie verschwunden, meistens gibt es auch keine Kennzeichen", sagt er. So wie beim Landwirt Schmidt würden die Crossfahrer im Wald Schäden anrichten, beispielsweise auf den Fahrwegen. "Mit Recyclingmaterial haben wir die wichtigsten befestigt, doch die Räder wühlen die Schicht auf, Wasser und Frost zerstören den Weg", sagt Stefan Koepp. Somit entsteht der Stadt ein finanzieller Schaden. Davon abgesehen verbietet das Waldgesetz Motorsport. Das Verhalten der Täter sei also gesetzeswidrig, aber auch Koepp weiß, dass die Polizei kaum eine reelle Chance hat, einen der Fahrer zu erwischen.

Die dritte im Bunde der Betroffenen ist Sylvia Meyer. Als Revierförsterin betreut sie den Bundesforst zwischen Flugplatz Perleberg und Weisen. "Mein größtes Problem sind kaputt gefahrene Jungbestände", sagt sie. Natürlich nachwachsende Kiefern und Eichen werden in fünf bis sieben Jahren etwas tischhoch. "Wenn dann Crosser durch diese Bestände fahren, sind sie zerstört", sagt die Försterin. Während der Setz- und Brutzeit zwischen April und Juli würden die rücksichtslosen Fahrer Kitze und Eigelege gefährden. Generell seien die extrem lauten und schnellen Maschinen ein Problem für die Waldtiere.

Mit Stefan Koepp und Frank Schmidt stehe sie in engem Kontakt. "Wir arbeiten gut zusammen." Aber Erfolge können sie nicht vorweisen. "Wenn sich eine Gelegenheit bietet, setze ich eher auf die Vernunft der Fahrer. Sie wissen, dass sie etwas Verbotenes machen, aber wohl nicht, welch immense Schäden sie damit verursachen", meint Sylvia Meyer.

Frank Schmidt hofft unterdessen, dass seine ausgesetzte Belohnung einigen Erfolg haben wird. Vielleicht sehe ja jemand die Fahrer oder erkenne einen von ihnen wieder. Hinweise können an die Polizei oder unter Tel. 0173 / 600 5708 direkt an ihn gegeben werden.

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