Couragierte Frau wagt sich an Neubau

<strong>Die Technik ist</strong> in der Elbstraße 22b im Einsatz. Das Gelände für die künftige Pension wird aufgefüllt. <fotos> Barbara Haak</fotos>
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Die Technik ist in der Elbstraße 22b im Einsatz. Das Gelände für die künftige Pension wird aufgefüllt. Barbara Haak

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01. März 2013, 09:10 Uhr

Wittenberge | Die Uhr zeigt noch nicht einmal 2 Uhr nachmittags, da finden sich im "Goldenen Anker" am Hafen die ersten Kaffeegäste ein. Grit Leuschke nimmt sich der beiden Damen an. Serviert - garniert mit freundlichen Worten - flink Kaffee und Torte. Die Frauen haben sich einen Platz am Fenster gesucht, gucken aufs Wasser. "Die Elbe zieht immer, egal, welche Jahreszeit und welches Wetter wir haben", sagt Grit Leuschke. Diese Erfahrung hat sie in den drei Jahren, die sie nun die Pension und das Café im "Goldenen Anker" bewirtschaftet, gemacht.

Vor drei Jahren hat die junge Frau - begleitet und vorbereitet vom Gründerlotsendienst des TGW - den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Trotz der guten Vorbereitung und der theoretischen Gewissheit, dass es wirtschaftlich machbar ist, ein Wagnis. Heute weiß Grit Leuschke: "Es war 100prozentig die richtige Entscheidung. Ich habe zwar enorm viel Arbeit, aber diese Arbeit macht auch riesigen Spaß." Mit dieser Gewissheit wagen sie und ihr Mann Randolf den nächsten großen Schritt. "Wir mussten uns entscheiden, haben den ,Goldenen Anker’ nicht gekauft, sondern die günstigere Variante gewählt, bauen eine neue moderne Pension mit Café", erklären Leuschkes. Im Wissen darum, dass "der Gaststätten- und Pensionsbetrieb genau das Richtige für mich ist", hat sich die couragierte Frau zu dieser großen Investition entschlossen.

Die Pension "Goldener Anker" hatte Grit Leuschke, als sie sich selbstständig machte, für drei Jahre gepachtet, den Cafébetrieb zusätzlich etabliert. Gäste kommen das gesamte Jahr über, denn nicht nur die Touristen auf dem Elberadweg wissen die Einkehr bei Leuschkes zu schätzen. "Meinen Besuchern, die regelmäßig zu mir kommen, habe ich schon gesagt, wo sie uns künftig finden, und sie sind schon ganz gespannt", erzählt die Pensionswirtin. Nur wenige Schritte entfernt vom jetzigen Pachtdomizil wächst in der Elbstraße 22b das neue gastliche Haus der Leuschkes. "Wir möchten im Juli einziehen", sagen die Bauherren. Von der Pension selbst ist noch nichts zu sehen. Lkw und Bagger sind im Einsatz. Sie füllen das Gelände auf. "Wer zu uns kommt, will und kann beim Kaffeetrinken aufs Wasser blicken", so Grit Leuschke und erzählt, wie sehr sie sich auf das Haus freut. Auch ein Name ist schon gefunden: Die Pension mit ihren fünf Doppelzimmern, dem Café und Bistro wird "Zur Möwe" heißen. Diese Vögel sind an der Elbe präsent, gehören zum Wasser. "Das passt für uns doch ideal", sagt Grit Leuschke und erzählt, dass die Möbel, Tisch- und Bettwäsche, eben alles, was für die neue Pension benötigt wird, schon ausgesucht sind. Die Vorfreude ist trotz der großen Arbeit riesig. Mitte April verlässt sie übrigens als Pächterin den "Goldenen Anker".

In der Stadt kursieren Gerüchte, dass Lutz Lange mit einem Unternehmen Interesse am "Goldenen Anker" hätte, diesen - wie auch immer - übernehmen will. Auf Nachfrage des "Prignitzers" sagte Lange gestern: "Das ist für uns kein Thema. Wir habe n mit der "Elbterrasse", dem "Fährmann" und vor allem mit der Alten Ölmühle gleich gelagerte Gastronomie."

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