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Der Prignitzer

11. Dezember 2017 | 23:37 Uhr

Countdown für Gruber Dorftheater

vom

svz.de von
erstellt am 06.Jun.2011 | 07:15 Uhr

Grube | "Leute, Leute, lasst euch sagen, Theaterzeit hat angeschlagen". Mit diesen Worten wurde begrüßt, wer am Sonnabend nach Grube gekommen war zum Countdown vor der großen Aufführung am 6. August. Dann nämlich werden in dem kleinen Prignitz-Dorf rund um die Kirche und das Schloss "Die Quitzows" gezeigt. Ein Stück über das mittelalterliche Raubrittergeschlecht, das auch in der Prignitz sein Unwesen trieb. Ernst von Wildenbruch schrieb das Schauspiel in vier Akten, das 1888 uraufgeführt wurde und damals ein großer Erfolg war, ihm sogar den Respekt seiner größten Kritiker einbrachte.

Doch am 6. August ist nicht die Urfassung zu erleben, sondern ein auf heutige Ansprüche und vor allem den Aufführungsort zugeschnittenes Stück. Regisseur, Schauspieler und Sänger Rainer Luhn nahm sich dem Stoff an und setzte ihn neu in Text und Szene, nachdem er das historische Werk auf einem Flohmarkt entdeckt hatte. Und da er in Grube ein Wochenendhaus besitzt, das Gruber Schloss zudem zu den letzten Sitzen derer von Quitzow gehörte, entstand die Idee der Aufführung, unterstützt von Hartmut Kroll, den Schlossbetreiber von Grube, vor allem aber vielen Laiendarstellern aus dem Ort und der Umgebung. Und auch das Kinder- und Jugenddorf Sigrön mischt bei diesem Projekt mit.

Apropos Projekt: Das hat natürlich einen Namen: Es nennt sich DorfTheaterGrube. Die Fäden dafür in der Hand hat der KulturGrube-Verein. Seit dem 8. Januar wird geprobt, zehn Mal kamen die Darsteller seit dem zusammen. Und die Besucher am Samstag konnten schon mal einige Kostproben des laiendarstellerischen Könnens genießen. Köhne Finkes Gesang beispielsweise. Hinter dieser Figur versteckt sich Jörg Wiedenmeyer. Und was er im Foyer des Schlosses zum Besten gab, konnte sich wirklich sehen und auch hören lassen. Da zollten ihm nicht nur seine Darsteller-Kollegen wie Henri Kohlmetz Applaus. Er verkörpert Dietrich von Quitzow. Allein seine Figur sei schon wie geschaffen dafür, berichtet er augenzwinkernd, wie er zu dieser Rolle kam. Und Luhn fügt hinzu: "Stimme und Schneid ebenso".

Reinhard Schulz hat seine Rolle als 2. Ausrufer offensichtlich schon völlig verinnerlicht. Denn am Sonnabendmorgen radelte er durchs Dorf und rief dabei "Leute, Leute lasst euch sagen...". Weiter kam er allerdings nicht, denn vom Nachbargrundstück ertönte eine Stimme: "Theaterzeit hat angeschlagen".

Na dann noch frohes Proben, bis sich am 6. August der Vorhang hebt!

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