Wirtschaft : Container-Terminal in der Mühlenstraße geplant

Von dem Terminal könnte unter anderem die Kartoffelstärkefabrik profitieren.
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Von dem Terminal könnte unter anderem die Kartoffelstärkefabrik profitieren.

Gemeinde baut Umschlag- und Lagerplatz / Refinanzierung der Eigenmittel durch Pachtvertrag mit Betreiber

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21. September 2015, 22:00 Uhr

Da die Gemeinde Karstädt bislang noch keinen Haushaltsplan für das laufende Jahr beschlossen hat, laufen Maßnahmen erst einmal über das Investitionsprogramm 2015. Und da haben die Gemeindevertreter auf ihrer Sitzung die Erweiterung des Gewerbegebietes an der Mühlenstraße in Karstädt um einen Containerumschlag- und Lagerplatz mit Gleisanschluss auf den Weg gebracht.

Die Errichtung des Terminals für kombinierten Verkehr (KV) hat das Ziel, den Wirtschaftsstandort Karstädt zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit bzw. die Produktion- und Exportfähigkeit lokaler Unternehmen dauerhaft zu verbessern. „Wir müssen zusehen, dass wir die Unternehmen hier auch halten“, sagt Bauamtsleiter Christian Gadow.


Förderquote von 75 Prozent


Der Bau des KV-Terminals (Planung, Befestigung der Fläche, Bau einer Ladestraße und Ladekante, Einfriedung mit Schiebetoren und Beleuchtung der Fläche) ist als Maßnahme zur Verbesserung der wirtschaftlichen Infrastruktur förderfähig, mit einer Quote von rund 75 Prozent. Die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) als Förderstelle hat für das Projekt auch einen vorzeitigen Maßnahmebeginn genehmigt.

Das Terminal wird eine Fläche von rund 3800 Quadratmetern in der Mühlenstraße an der Anschlussbahn Karstädt haben, die der Gemeinde gehört. Die Anschlussbahn mit den Gleisen 1 und 2 ist im Eigentum der 50 Hertz Transmission GmbH und wird als öffentliche Infrastruktur betrieben, um Transformatoren-Transporte auf der Schiene dauerhaft zu gewährleisten.

Die Gemeinde muss für das Vorhaben an Eigenmitteln nach erster Grobschätzung knapp 170 000 Euro in die Hand nehmen. Das KV-Terminal soll nach entsprechender Ausschreibung an einen Betreiber verpachtet werden. „Die 50 Hertz hat signalisiert, dass der Betreiber die Gleise nutzen darf“, so Bürgermeister Udo Staeck. Die Refinanzierung der Eigenmittel soll durch einen Pachtvertrag über eine feste, monatliche Rate erfolgen. Darüber hinaus wird eine Vereinbarung oder ein Vertrag zu einer umsatzabhängigen Vergütung angestrebt. „Wir müssen das Risiko für die Gemeinde so gering wie möglich halten“, waren sich die Gemeindevertreter einig und stimmten dem Vorhaben per Beschluss zu.

Jetzt muss die Verwaltung die notwendigen planerischen und investitionsvorbereitenden Maßnahmen einleiten. Bauantrag stellen, Architekten beauftragen und dann in einem Ausschreibungsverfahren den Betreiber finden. „Wir hoffen, dass alles zügig verlaufen wird und auch die Genehmigung schnell erteilt wird“, so Gadow.


Container von Straße auf Schiene


Dass die Gemeinde sich überhaupt mit diesem Vorhaben beschäftigt hat, hat einen aktuellen Anlass. Ein Karstädter Unternehmen plant in den nächsten fünf Jahren, jeweils im vierten Quartal rund 20 000 Tonnen Ladung in Containern von Karstädt in die Niederlande zu fahren. Dazu ist es notwendig, wöchentlich zwei Containerzüge mit 42 Containern von der Straße auf die Schiene umzuladen, heißt es in der schriftlichen Vorlage zum Beschluss. Da muss man wirklich nicht lange überlegen, dass es sich um die Kartoffelstärkefabrik Avebe in Dallmin handelt, die diesen enormen Containerbedarf benötigt.

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