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Der Prignitzer

18. November 2017 | 00:22 Uhr

Conner zu Gast bei den Senioren

vom

svz.de von
erstellt am 05.Mär.2012 | 05:35 Uhr

Sigrön/Bad Wilsnack | Freudige Gesichter bei den Senioren, wenn Marina Frank in der KMG-Seniorenresidenz Bad Wilsnack auftaucht. Denn sie kommt nicht allein, sondern bringt Conner mit. Conner, ein Miniatur Australian Sheperd, ist bei den Hausbewohnern gern gesehen, bekommt viele Streicheleinheiten und zaubert stets ein Lächeln in die Gesichter der Senioren.

Marina Frank ist Erzieherin und arbeitet seit zehn Jahren im Kinder- und Jugenddorf Sigrön. 1999 hat die Einrichtung mit Unterstützung des 1995 in Viesecke gegründeten Vereins ,Mensch und Tier’ Neuland beschritten, zwei Hunde angeschafft.

"Wir waren die ersten, die in der tiergestützten Therapie mit verhaltensauffälligen Kindern arbeiteten. Bisher wurden die Tiere nur in der Arbeit mit behinderten Kindern und älteren Menschen eingesetzt", erzählt Dieter Spielmann, Leiter des Kinder- und Jugenddorfs Sigrön. Anfangs stand den Sigrönern die Fachhochschule Magdeburg zur wissenschaftlichen Begleitung zur Seite, doch schlief diese Kooperation ein. "Wir stellten dann selbst fest, dass die Arbeit mit den Hunden über das Dienstsystem nicht so funktionierte, wie wir uns das vorstellten und übergaben die Tiere dem Verein in Viesecke", berichtete Spielmann.

Vor fünf Jahren griff die Heimleitung die Idee der tiergestützten Therapie wieder auf, doch wird jetzt mit Hunden gearbeitet, die - wie bei der Polizei - in der Familie des Besitzers zu Hause sind. "Das Tier muss sozial eingebunden sein, bei Herrchen oder Frauchen leben, nicht im Heim und nicht nur im Schichtdienst integriert", erklärt Spielmann. "Wir ermitteln bei den Kindern den Therapiebedarf und freuen uns, dass dieses Zusatzangebot erfolgreich angenommen wird. Die Kinder beschäftigen sich mit dem Tier, gehen mit ihm spazieren, übernehmen mit dem Füttern und der Pflege Verantwortung."

Inzwischen gebe es Nachfragen von anderen Trägern der Jugendhilfe, die Interesse an einer Ausbildung haben, erzählt Spielmann. "So organisierten wir gemeinsam mit dem Verein in Viesecke Lehrgänge für Mitarbeiter aus anderen Einrichtungen, unter anderem aus Bernburg, und brachten die Teilnehmer bei uns unter."

Neu ist der Einsatz der Hunde in den KMG-Seniorenheimen Bad Wilsnack und Pritzwalk, mit denen entsprechende Verträge abgeschlossen wurden. "Teilweise beziehen wir in diese Arbeit auch unsere Kinder und Jugendlichen ein", erzählt Spielmann. Besondere Erfolge zeige die tiergestützte Therapie bei Demenzkranken. Hier gebe es nicht nur einen Wiedererkennungseffekt, auch begännen Bewohner, die ansonsten apathisch da sitzen, zu sprechen und die Tiere zu streicheln, gibt Spielmann Erfahrungen seiner Mitarbeiter wieder.

Außer Marina Frank hat ihr Kollege André Schuldt - beide sind wie auch das Heim Mitglied im Verein "Mensch und Tier" - eine Ausbildung absolviert, die mit einer Prüfung endet. Auch der Hund, der nicht jünger als zwei Jahre alt sein darf, wird einem Test unterzogen. Mensch und Tier bilden nach bestandenen Prüfungen ein Therapie-Hunde-Team. Im Moment arbeitet Marina Frank allein mit Conner, der Hund ihres Kollegen ist verstorben, doch weiß die Breeserin, dass er sich gern wieder einen Fox Terrier anschaffen möchte.

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