Feuerwehr Wittenberge : Chris Brandt tritt zurück

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Wehrführer sagt: Berufliches Engagement in Perleberg und Ehrenamt in Wittenberge lassen sich auf Dauer nicht vereinbaren

svz.de von
24. November 2014, 22:00 Uhr

Die Freiwillige Feuerwehr Wittenberge sucht einen neuen Chef. Ortswehrführer Chris Brandt hat auf dem Dienstabend am Mittwoch letzter Woche seinen Rücktritt erklärt. Noch bis zur Jahreshauptversammlung, die turnusgemäß Ende Februar stattfindet, will er die Wehr weiterführen.

Als die Kameraden Chris Brandt im Frühjahr des letzten Jahres erneut an die Spitze der Wehr wählten, hatte dieser bereits signalisiert, dieses sehr viel Zeit fressende Amt nicht über die gesamte Wahlperiode, also die sechs Jahre, ausfüllen zu wollen. Warum jetzt schon der Rückzug?

„Weil ich durch mein berufliches Engagement von Montag bis Freitag in Perleberg nicht in der Lage bin, die Wehr nach den Bedürfnissen der Kameraden und nach der Bedeutung, die ihr als größte Wehr des Landkreises zu kommt, zu führen“, begründete Brandt gestern auf Anfrage des „Prignitzers“ seinen Schritt.

In den zurückliegenden Wochen und Monaten war hier und da immer mal wieder gerüchteweise zu hören, dass Kameraden in der Wehr unzufrieden sind, sich Veränderungen wünschen. Der „Prignitzer“ fragte Brandt, ob es irgendwelche Zusammenhänge mit seinem Rücktritt gibt.

Brandt reagiert mit den Worten: „Ich bekomme die Leitung nicht mehr so hin, wie die Kameraden es sich wünschen und wie ich es von mir selbst verlange.“

Um die Situation besser verstehen zu können, muss man sicher auch wissen, dass Chris Brandt bei den letzten Kommunalwahlen für die SPD einen Sitz im Stadtparlament errang. Nachdrücklich betont Brandt, dass er selbstverständlich Mitglied der Wehr bleibe und auch für Aufgaben zur Verfügung stehe.

Stadtbrandmeister Jens Bösel und Gotthardt Poorten, als Ordnungsamtsleiter zuständig für die freiwillige Feuerwehr, sagten dem „Prignitzer“, sie könnten den Schritt von Chris Brandt nachvollziehen. Die beruflichen Verpflichtungen in Perleberg und die Wehrleitung hier seien sicher schwer unter einen Hut zu bekommen.

Poorten sagt außerdem, die Stadt sei Chris Brandt sehr zu Dank verpflichtet. Brandt hatte im April 2008 als 22-Jähriger die Leitung der Wehr übernommen und sie, so Poorten, nach schwieriger Zeit in geordnete Bahnen geführt. Der damalige Wehrchef Andreas Thäger und Nachfolger des schwer erkrankten und sehr geachteten Ortswehrführers Ralf Heller war 2008 aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Den Nachfolger von Chris Brandt müssen die aktiven Kameraden auf der Jahreshauptversammlung wählen. Es werden Bewerberlisten ausliegen. „Die Entscheidung über den neuen Ortswehrführer liegt allein bei der Wehr“, sagt Gotthardt Poorten.

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