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Der Prignitzer

22. November 2017 | 05:03 Uhr

Champion der Taubenzucht

vom

svz.de von
erstellt am 13.Feb.2013 | 10:22 Uhr

Gulow | Schon mit sieben Jahren züchtete er Tauben, heute ist er Europameister - Rico Fathke hat sozusagen den züchterischen Olymp erklommen. "Für mich wurde damit ein großer Traum wahr", gesteht der Gulower, und dabei leuchten seine Augen. Bereits 2011 hatte er mit seinen Mittelhäuser Tauben die deutsche Meisterschaft gewonnen. Doch dann kam im vergangenen Dezember die Europameisterschaft in Leipzig. "Die war für einen Züchter das Mekka schlechthin, denn rund 100 000 Tiere wurden dort gezeigt, darunter allein 66 000 Stück Geflügel von 7000 Ausstellern aus den EU-Mitgliedsstaaten. Allein der Katalog über das ausgestellte Geflügel umfasste über 600 Seiten", beschreibt Fathke die Dimension. Und dabei dann mit der eigenen Kollektion - der Gulower Züchter zeigte in Leipzig acht seiner weißen Formtauben - Europameister zu werden, das darf schon stolz machen. Dazu kam dann ja auch noch der Europa-Champion-Titel für einen Täuber.

Selbst einem Laien, der nicht viel von Taubenzucht versteht, fällt das schneeweiße Gefieder von Fathkes Tauben auf. "Ich sage immer scherzhaft, wenn ich danach gefragt werden, die sind mit Ariel gewaschen. Aber Spaß bei Seite, das macht die gute Pflege. Ich achte auf hygienische Sauberkeit in den Ställen. Zwar haben meine Tauben auch eine Freiluftvoliere, aber bei schlechtem Wetter bleiben sie im Stall", erklärt Fathke das strahlende Weiß. Er liebe gerade diese Farbe der Formtauben. Zwar sei mittlerweile auch Schwarz zugelassen, befänden sich die Farben Rot und Blau im Anerkennungsverfahren, aber das wäre für den Gulower keine Alternative.

Warum auch, der züchterische Erfolg gibt ihm ja Recht. Erst im Januar erlangte er auf der Prignitz-Taubenschau in Meyenburg, wo immerhin 1700 Tiere präsentiert wurden, mit seinen weißen Formtauben einen Meistertitel. Nun ist aber die Ausstellungssaison erst einmal zu Ende, geht es an die neue Zucht. "Ich stelle jährlich zehn Zuchtpaare zusammen, ziehe bis zu 70 Jungtiere auf. Diese Zahl braucht man auch, um die besten herauszusuchen, denn nicht jede Jungtaube eignet sich für Ausstellungen", macht Fathke deutlich. Sein größter Wunsch ist es, dass mal einer seiner beiden Söhne in Papas Zucht-Fußstapfen tritt. Der vierjährige Malte komme schon immer mal mit, wenn die Tauben gefüttert werden. Und auch zu Ausstellungen hat er den Papa schon begleitet. "Aber die Begeisterung hält sich natürlich noch in Grenzen", räumt Fathke ein. Was nicht ist, kann ja noch werden. Und dann ist da ja auch noch Sohn Sören, gerade einmal vier Monate alt. Um den kümmert sich der Papa derzeit rund um die Uhr, denn er entschied sich für die Elternzeit. Und etwas mehr Zeit bleibt da natürlich auch für die Tauben.

Dafür unterstützt ihn Ehefrau Karolin aktiv bei seinem Hobby. "Sie ist wie ich Mitglied im Wittenberger Rassegeflügelzuchtverein, dort sogar maßgeblich mit an der Ausstellungsvorbereitung für den Verein beteiligt", freut sich der Züchter. Denn ohne das Verständnis seiner Frau könnte er sich sein Hobby in diesem Umfang nicht leisten. Nicht nur wegen der Zeit, sondern auch wegen der Unkosten. Allein die Fahrt nach Leipzig sei schon sehr teuer gewesen.

Könnte er sich trotzdem vorstellen, auch mal ins Ausland zu reisen, wenn wieder Europameisterschaften sind, sie finden alle drei Jahre statt? "Ja, aber erst, wenn unsere Kinder ein bisschen größer sind. Denn dann könnten wir daraus einen Familienausflug machen."

Bis dahin wird der Gulower akribisch weiter züchten, um an die jetzigen Erfolge anzuknüpfen.

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