Wie wählt der Nachwuchs? : CDU und SPD bei der Jugend vorn

Anstecker mit Aufschrift «U18 - Die Wahl für Kinder und Jugendliche».  /Archiv
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Anstecker mit Aufschrift «U18 - Die Wahl für Kinder und Jugendliche».  /Archiv

Kinder und Jugendliche konnten am 15. September ihre Stimme abgeben

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20. September 2017, 21:00 Uhr

Während alle Wahlberechtigten am Wochenende aufgerufen sind, den 19. Deutschen Bundestag zu wählen, hatten Kinder und Jugendliche des Landes schon am 15. September die Möglichkeit, bei der U-18-Wahl ihre Stimme abzugeben.

„Als Projekt der politischen Bildung setzt sich U18 dafür ein, dass Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wählen gehen und sich damit politisch laut und sichtbar ausdrücken“, so ist es auf der Homepage von U18 zu lesen. Doch das „laut und sichtbare Ausdrücken“ endet mit der Veröffentlichung der Wahlergebnisse. Dort gibt es die Resultate auf Bundes- und Landesebene sowie des Wahlkreises Prignitz/Ostprignitz-Ruppin/Havelland I. Die einzelnen Wahlausgänge für die Prignitz und die vier Wahllokale in Groß Pankow, Perleberg, Pritzwalk oder Putlitz werden nicht dargestellt.

Auf Nachfrage des „Prignitzers“ nennt Projektleiter Thomas Richert von der Landeskoordinierungsstelle Brandenburg „datenschutzrechtliche Gründe zum Schutz der jungen Wählerinnen und Wähler“. Anne Bergfeld vom Deutschen Bundesjugendring ergänzt: „Es geht darum, dass Wahlen in jeder Demokratie geheim und anonym ablaufen müssen. Das ist Grundprinzip in jeder Demokratie.“

Bergfeld verweist auf die besonderen Bedingungen der U-18-Wahl: „Stellen Sie sich vor, im ländlichen Raum auf dem Dorf gibt es ein kleines Wahllokal mit sagen wir 15 Kids, die dort abstimmen wollen. Alle Leute im Dorf wissen, wer in den Jugendtreff geht, man kennt sich. Acht von den Jugendlichen wählen Partei X, drei Partei Y und vier Partei Z. Niemand wählt Partei A oder B. Und am nächsten Tag steht womöglich die Lokalzeitung vor der Tür und fragt die einzelnen Kids, warum.“ Das sei nicht im Interesse von Wahlen, meint sie.

Fest steht: Die Jugend hat gewählt, bundesweit in 1660 Wahllokalen. Hier wurden zirka 220 000 Stimmen gezählt, teilte die Landeskoordinierungsstelle mit. Im Land Brandenburg beteiligten sich 9472 Jugendliche und gaben in 92 Wahllokalen ihre Stimmen ab. Sieger ist sowohl auf Bundes- wie auch auf Landesebene die CDU mit 28,5 Prozent (Land: 23,6 Prozent). Auf Platz zwei und drei folgen die SPD mit 19,8 Prozent (17,3 Prozent) und Bündnis 90/Die Grünen mit 16,6 Prozent (14,6 Prozent). Die AfD würde auch bei den Jugendlichen in den Deutschen Bundestag einziehen (Bund: 6,8 Prozent, Land: 9,7 Prozent). Während beim bundesweiten Wahlergebnis die Linke und die FDP das aus sechs Fraktionen bestehende Parlament vervollständigen würden, sind es im Land neben der Linken noch die Tierschutzpartei.

Ein etwas anderes Gesicht hat das Ergebnis im Bundestagswahlkreis 56 (Prignitz – Ostprignitz-Ruppin – Havelland I) hier gewinnt die SPD (21,55 Prozent) vor CDU (18,88 Prozent), Bündnis 90/Die Grünen (18,47 Prozent) und den Linken (18,47 Prozent). Knapp über die Fünf-Prozent-Hürde kamen hier FDP und AfD mit jeweils 5,22 Prozent.

Am 19. September gab es nun eine zweite Wahl für junge Leute, die sogenannte Juniorwahl. Das Ergebnis dieses Votums wird erst am Wahlabend, zeitgleich mit den ersten Prognosen um 18 Uhr, veröffentlicht.

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