Urteilsspruch für Prignitzer : Cannabiszüchter erhält drei Jahre auf Bewährung

Cannabis-Funde gehören in Schwerin inzwischen zum Tagesgeschäft.
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Cannabis-Funde gehören in Schwerin inzwischen zum Tagesgeschäft.

Amtsgericht in Perleberg verurteilt 50-jährigen Mann aus Bärensprung wegen des Handels mit Betäubungsmitteln

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20. April 2015, 20:00 Uhr

Zu einer Haftstrafe von zwei Jahren, ausgesetzt zu drei Jahren Bewährung, sowie zu 200 Sozialstunden wurde vergangene Woche ein Prignitzer vom Schöffengericht in Perleberg verurteilt. Der 50-Jährige war wegen des unerlaubten Handelns mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit unbefugter Entziehung elektrischer Energie angeklagt. „Das Gericht hat festgestellt, dass der Mann seit Februar 2014 eine Cannabisplantage in Bärensprung betrieb“, sagt Richter Frank Jüttner.

Entdeckt wurde die Anlage von der Polizei im vergangenen August nur durch Zufall. Die Beamten hätten das Grundstück wegen eines anderen Verfahrens im Visier gehabt. Bei der Kontrolle stellten sie 561 Pflanzen, 312 Setzlinge und 45 Mutterpflanzen fest. Weitere Pflanzen waren bereits geerntet und getrocknet. Außerdem fanden die Polizisten eine professionelle Anlage vor, mit automatischen Bewässerung- und Belüftungssystemen. Um nicht durch seinen erheblichen Stromverbrauch aufzufallen, zweigte der 50-Jährige eine Stromleitung vor seinem Zähler ab, so der Richter. Dabei sei für die Stromgesellschaft ein Schaden von mehreren tausend Euro entstanden.

Der Angeklagte befand sich zu dem Zeitpunkt der Hausdurchsuchung in einer Reha-Klinik. Einlass gewährte den Beamten ein 55-jähriger Mann aus den Niederlanden. Er solle die Krankenvertretung für den 50-Jährigen übernommen haben und wurde ebenfalls zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt.

„In den Umlauf wurde die Ernte nicht gebracht“, teilt Jüttner mit. Der Angeklagte wollte die Ware wohl nach Berlin verkaufen. Die Namen seiner Abnehmer wollte der 50-Jährige nicht nennen. Begründet habe er das laut Jüttner mit den Worten: „Ich will doch nicht erschossen werden.“

Zu Gute wurde den beiden Angeklagten gehalten, dass sie ein Geständnis ablegten, so der Richter. „Beide Männer zeigten echte Reue.“  

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