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Der Prignitzer

23. Oktober 2017 | 11:59 Uhr

Museum : Butterschleuder fürs Museum

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Schenkung wird Bestandteil der neuen Ausstellung zur „Ländlichen Volkskunde“

Um eine kleine Rarität reicher ist seit kurzem das Stadt- und Regionalmuseum. Am 4. September wurde auf dem Havelberger Markt die im Foto abgebildete Butterschleuder erworben und der musealen Einrichtung im Mönchort als Schenkung übergeben.

Schleudern dieser Art waren vor 100 Jahren weit verbreitete Handgeräte zur Herstellung von Butter, weiß der zuständige Museumsmitarbeiter Frank Riedel und er erklärt die Funktionsweise: „Mit einem Kurbelmechanismus zweier im rechten Winkel angeordneter Zahnräder wird ein hölzerner Rührflügel angetrieben, der den Rahm zu Butter schlägt.“
Die Butterschleuder wird in die geplante neue Ausstellung zur „Ländlichen Volkskunde, Gutswirtschaft und zum Bäuerlichen Leben in der Prignitz“ integriert um das vorindustrielle Buttern zusammen mit den im Museum vorhandenen hölzernen Butterfässern zu veranschaulichen.

Hölzerne Butterfässer kamen auch schon zur Anwendung, als 1732, vor bald 300 Jahren, auf Erlass des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I., des sog. Soldatenkönigs, eine staatliche Lehranstalt für Butter- und Käsezubereitung in Königshorst gegründet wurde. Diese Lehranstalt erlangte unter der volkstümlichen Bezeichnung „Butterakademie“ auch überregionale Bekanntheit. Ziel war die Einrichtung einer Milchwirtschaft nach holländischem Vorbild und die Verbesserung der Herstellung von Milch, Butter und Käse. 1780 bestätigte Friedrich II., der Große, die Lehranstalt als „Ordentliche Akademie des Buttermachens“.
Kuhmägde und Bauerntöchter sollten sich im Rahmen ihrer dortigen Ausbildung mit den Arbeitsgängen der Butterherstellung vertraut machen. Dazu gehörten die saubere Haltung und Fütterung der Tiere, die keimarme Gewinnung der Milch, die Trennung der Sahne von der Rohmilch in Satten oder Zentrifugen, die Butterbereitung in Stampf- oder Drehbutterfässern, die Lagerung der Butter und der Transport der Butter zum Verbraucher.

Übrigens, für ein Pfund Butter mussten vor 300 Jahren bis zu 5 Groschen bezahlt werden.

Das Stadt- und Regionalmuseum hat geöffnet: Dienstag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr, Samstag von 10 bis 12 Uhr, Sonntag von 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung.

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