Perleberg : Buttersäure-Anschlag auf Sparkasse

Kameraden treffen Vorkehrungen, um die Säure zu neutralisieren.
Kameraden treffen Vorkehrungen, um die Säure zu neutralisieren.

Es stinkt in der Sparkasse am Großen Markt in Perleberg. Die Vermutung: Buttersäure. Die Polizei ermittelt. Kunden sollten auf Automaten in der Karlstraße auszuweichen.

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02. November 2015, 21:00 Uhr

Hilfeleistung Gefahrgut – Buttersäureanschlag auf die Sparkasse am Großen Markt. Direkt vom schweren Verkehrsunfall in Spiegelhagen werden die Kameraden der Perleberger Ortswehr gestern in den frühen Morgenstunden zum Großen Markt beordert. Gegen 4.15 Uhr hatte hier ein Sicherheitsdienst eine übel riechende Flüssigkeit im Vorraum der Sparkasse gemeldet. Die Vermutung: Buttersäure.

In sogenannten leichten Chemieanzügen und ausgerüstet mit schwerem Atemschutz bahnen sich Kameraden den Weg in den Vorraum der Geschäftsstelle und sorgen für eine erste Belüftung. „Anschließend wurde der gesamte Bereich durchlüftet bevor dann die ätzende und beißend riechende Säure, die auch auf dem Boden war, von uns neutralisiert wurde“, erläutert Uwe Schleich, Pressesprecher der Feuerwehr.

In drei Geldausgabeautomaten wurde die Säure, die vermutlich Buttersäure ist, gegossen, bestätigt auf Nachfrage Dörte Röhrs von der Pressestelle der Polizeidirektion Nord. Inwieweit diese damit funktionsunfähig gemacht wurden, könne sie noch nicht sagen. Die Ermittlungen laufen noch.

Auch Helge Reiter, Pressesprecher der Sparkasse Prignitz, muss diese Antwort noch schuldig bleiben. „Das wird jetzt alles erst überprüft und dann gereinigt.“ Auf jeden Fall gab es gestern kein Geld aus den Automaten am Großen Markt. Als Alternative habe man aber sofort die Sparkassenfiliale in der Karlstraße personell aufgestockt, betont Helge Reiter. Denn zu dem üblichen großen Andrang am Monatsanfang habe man auch die Kunden vom Großen Markt gebeten, auf die Karlstraße auszuweichen. Dabei sollte man, wenn möglich, hier die Geldautomaten auch außerhalb der Geschäftszeiten nutzen.

Geschlossen war die Sparkasse auf dem Großen Markt gestern aber nicht. „Für Beratungen ist geöffnet.“ Über den Seiteneingang erhielten die Kunden während der Reinigungsarbeiten Zutritt. „Unser Ziel ist, dass ab Dienstag (heute) wieder der normale Geschäftsbetrieb läuft, ob mit oder ohne Automaten.“ Denn noch wisse man nicht, wie aggressiv die Säure sei und welchen Schaden sie angerichtet habe. Eingestellt habe man sich in der Geschäftsstelle auf dem Großen Markt darauf, verstärkt über den Kassenbereich Barauszahlungen zu tätigen.

Anschläge dieser Art habe es bis dato auf Einrichtungen der Sparkasse noch nicht gegeben, so Helge Reiter. „Auch auf andere Einrichtungen in der Prignitz sind uns derartige Anschläge nicht bekannt“, betont Polizeisprecherin Dörte Röhrs. 

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