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Diskussion um Fahrplan : Bustreff im Dorf, aber kein Anschluss in der Stadt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Quitzower kritisieren nicht ausreichend koordinierten Busfahrplan

Durch Quitzow rollt es. Angesichts dessen, was sich da im öffentlichen Personennahverkehr durch das Dorf bewegt, staunt man hier nicht schlecht über die Größe der Busflotte. Etliche Busse begegnen sich mehrmals am Tage im Dorf – zumeist sind sie fast leer. Doch zu Zeiten, die von den Quitzowern bevorzugt werden, fährt eben keiner. So mus man stundenlangen Aufenthalt auf dem Perleberger Busbahnhof in Kauf nehmen, bevor der Anschluss nach Wittenberge fahre, so der Tenor auf der Einwohnerversammlung.

Auch der Schülerverkehr sei nicht optimal – insbesondere die Rücktouren, kritisieren Eltern, deren Tochter die Grundschule „Geschwister Scholl“ besucht. Hat die Tochter Arbeitsgemeinschaft, dann müsse sie anschließend eine Stunde bei Wind und Wetter draußen auf den Bus warten. „Denn in der Schule darf sie sich nicht aufhalten.“ Auch seien die Kinder in der Zeit sich selbst überlassen, also ohne jegliche Betreuung. „Und das bei einer verlässlichen Halbtagsschule.“

Wie kann das sein? Hinsichtlich der Abfahrtzeiten der Busse betonte Bürgermeisterin Annett Jura, dass diese seitens des Landkreises und des Anbieters im Vorfeld mit den Schulen abgesprochen wurden. Was die Betreuung und den Aufenthalt in der Schule bis zur Abfahrt betrifft, fragte der „Prignitzer“ bei Schulleiterin Gabriele Gohlke nach. „Wir haben 30 Arbeitsgemeinschaften im Angebot. Die meisten finden in einem Zyklus statt, sprich dauern bis 15.30 Uhr. Und kurze Zeit später fährt dann auch der Bus.“ Eine Fahrschülerin hat sich aber ein Angebot ausgesucht, das bereits um 14.45 Uhr endet. Und damit ende auch die Aufsichtspflicht der Schule. Die Eltern haben die Möglichkeit, ihr Kind entweder abzuholen oder es zu überzeugen, eine andere Arbeitsgemeinschaft auszuwählen. Gabriele Gohlke räumt ein, dass es sich hier um eine ungünstige Konstellation handle. Doch es bestehe auch die Möglichkeit, das Kind stundenweise im Hort betreuen zu lassen, allerdings sei das kostenpflichtig. „Für ein Kind können wir keine Betreuung stellen. Ich habe sie nicht“, betont die Schulleiterin.

Das Umfeld eines Grundstücks im Dorf und das der Kirche, anonyme Bestattung auf dem Friedhof und der Verbleib alter Grabsteine, all das lag den Quitzowern zudem auf der Seele. Hinsichtlich des kirchlichen Anwesens deute sich eine Lösung an, so eine Quitzowerin. Denn ein neuer Mieter ziehe ins Pfarrhaus, der sich dann auch um das Umfeld kümmere, habe sie von der Perleberger Pfarrerin erfahren.

Eigentum verpflichtet, doch den Eigentümer darauf hinweisen könne man erst, wenn er seinen Verpflichtungen, sprich Winterdienst, nicht nachkomme, erläuterte Thomas Kolbow vom Ordnungsamt. Er konnte auch gleich die Frage beantworten, wann es gestattet ist, Rasen zu mähen: Laut europäischer Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung immer, außer an Sonn- und Feiertagen und in der Zeit von 20 bis 7 Uhr.

Betreffs der anonymen Bestattungen habe man auf dem Friedhof einen anderen, zentraleren Platz jetzt ausgewählt. Die Betonung liege aber ausdrücklich auf anonym, unterstrich Reinhard Könning, Leiter des Betriebshofes. Dieser bewirtschaftet den städtischen Friedhof in Quitzow.

Der Vorschlag, alte Grabsteine auf dem Friedhof geordnet zu belassen als Beleg, wer im Dorf einmal gelebt habe, stößt bei der Stadt nicht auf Gegenliebe. „Wir haben kein Interesse daran“, betonte die Bürgermeisterin, aber auch nichts dagegen, vorausgesetzt, es sei im Dorf geregelt, wer diesen Bereich dann auch in Ordnung halte. 

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erstellt am 20.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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