Bus und Bahn fahren nur bis Freitag

<strong>Der Bahnverkehr</strong> <strong>zwischen</strong> Putlitz und Pritzwalk wurde nicht eingestellt. Rund 1700 Protest-Unterschriften und jährlich 10 000 Euro aus dem Putlitzer Haushalt führten zu einer Einigung mit dem Landkreis. <foto>Petra Ferch</foto>
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Der Bahnverkehr zwischen Putlitz und Pritzwalk wurde nicht eingestellt. Rund 1700 Protest-Unterschriften und jährlich 10 000 Euro aus dem Putlitzer Haushalt führten zu einer Einigung mit dem Landkreis. Petra Ferch

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01. März 2013, 09:01 Uhr

Meyenburg/Putlitz | Am 19. März haben Meyenburgs Amtsdirektorin Katrin Lange und Bürgermeister Falko Krassowski einen Gesprächstermin bei Landrat Hans Lange. Dabei gehe es um den seit dem Fahrplanwechsel in der Meyenburger Region fehlenden Zug- und Busverkehr an den Wochenenden (der "Prignitzer" berichtete). Der Zustand könne so nicht hingenommen werden, betont Katrin Lange.

Zumal ja auch keine Möglichkeit bestehe, den Rufbus an den Wochenenden zu nutzen. Dafür habe der Kreis lediglich für den Raum Putlitz eine Sonderregelung zugelassen, damit Bewohner dort am Wochenende nach Pritz walk kommen. Auch das eine Folge der Auslichtung des Bahn- und Busverkehrs. Die zuständige Geschäftsbereichsleiterin der Kreisverwaltung, Edelgard Schimko, hatte im Gespräch mit unserer Redaktion darauf verwiesen, dass es diese Ausnahme gebe, weil sich die Stadt Putlitz mit 10 000 Euro jährlich daran beteilige. Der Landkreis selbst könne derzeit sein Angebot nicht erweitern, müsse ohnehin schon 1,6 Millionen Euro jährlich für den öffentlichen Personennah- sprich Busverkehr aufbringen, weil das Geld, das vom Land dafür ausgereicht wird, längst die Kosten nicht mehr abdecke.

Aber diese Antwort lässt Katrin Lange so nicht gelten, speziell was den Anteil anbelangt, den die Stadt Putlitz dazu schießt. "Denn dieses Geld zahlt Putlitz nicht für den Rufbus, sondern für den Erhalt des Zugverkehrs zwischen Putlitz und Pritzwalk, damit vor allem die Schulkinder so besser zu den weiterführenden Schulen gelangen", erklärt sie.

Das bestätigt Putlitz’ Bürgermeister Bernd Dannemann. "Uns liegt ein Vereinbarungsentwurf der Verkehrsgesellschaft Prignitz vor, in dem verankert ist, dass wir 2013 und 2014 jeweils 10 000 Euro für den Erhalt der Bahnstrecke zahlen. Von dem Rufbus ist da nicht die Rede."

Nach Dannemanns Ansicht gebe es auch gar keine Rufbus-Sonderregelung für Putlitz. "Wer den Rufbus am Wochenende nutzen möchte, muss ihn bis Freitag, 18 Uhr, bei der Verkehrsgesellschaft Prignitz anmelden. Mir ist nicht bewusst, dass das nur für Putlitz gelten soll, denn wo steht geschrieben, dass öffentlicher Personennahverkehr nur auf die Wochentage beschränkt ist?", fragt Dannemann und fügt gleichzeitig hinzu, dass ein vorheriges Anmelden des Rufbuses ohnehin jegliche spontane Reiseentscheidung ausschließt.

Egal wie, die Meyenburger wollen die jetzige Situation nicht hinnehmen. "Auch der Seniorenbeirat unseres Amtes wird sich positionieren", kündigt die Amtsdirektorin an. Schließlich seien es gerade ältere Bürger, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind.

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