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Vernissage in Perleberg : Bunte Gäste im „Hoffnungshotel“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Künstler aus Berlin und der Prignitz stemmen gemeinsame Schau an einem ungewöhnlichen Ort

svz.de von
erstellt am 23.Mai.2016 | 04:45 Uhr

Nichts Geringeres als ein Hotspot für Kunst soll es sein: das Hoffmannshotel, ehemals Hotel „Stadt London“ in der Perleberger Straße, Am Hohen Ende 25. Zehn Künstler aus Berlin und der Prignitz kehrten in das Haus ein, um es mit dem Projekt „Hoffnungshotel“ mit Leben zu füllen und einen kreisweit in dieser Art einmaligen „entstehenden Ort“ daraus zu machen, wie der Groß Pankower Künstler Jost Löber bei der Vernissage bemerkte. Auf Einladung von Dr. Dieter Hoffmann-Axthelm und der Walter-Hoffmann-Axthelm-Stiftung zeigten die Künstler am frühen Freitagabend zwischen Torhaus, Hof, Stall und Atelier ihre Skulpturen und Plastiken, Malereien, Zeichnungen und Installationen den etwa 50 Besuchern.

„Kunst darf mehr als die Verwaltung oder die Wissenschaft. Sie darf trösten, aber auch verängstigen und verunsichern“, so Dr. Hoffmann-Axthelm in seiner Eröffnungsrede. Braucht es noch einen Ort für Kunst? „Perleberg ist kein Industriestandort, es kann nur mit der ideellen Zentralität wirken, und das kann nur über die Kunst passieren“, sagt der Stadtplaner, dem das Anwesen mit dem 2010 bei einem Brand beschädigten Gebäude gehört. Er wünscht sich, dass die Vernissage als ein „Aufploppen“ zu diesem neuen städtischen Bewusstsein beiträgt. Eingeladen dafür hatte er unter anderem Beatrix Grohmann aus Berlin. Ihr Werk „Lichtung“, gemalt auf vier schrägen MDF-Platten, ist für das Hoffnungshotel entstanden und zeigt Ornamente, die in verschiedenen Farbbereichen überlagert sind und den Lichteinfall durch ein Fenster des spätbarocken Fachwerkbaus simulieren.

Auch wenn Besucher und Künstler begeistert von dem Auftakt waren: der Bau bleibt ein Sanierungsfall. Für den Saalbau zwischen Vorder- und Hinterhaus gab es keine Fördermittel. Mit ehrenamtlichem Engagement konnten die ohne Dach dastehenden Saalwände abgesichert werden. Für das Ensemble komme daher bis auf weiteres nur eine besondere Nutzung in Frage, so Hoffmann-Axthelm.

Für Stefan Kunzemann, Architekt in Perleberg sowie Mitglied in der AG Stadtgestaltung und im Altstadtverein, hatte sich die Rettung des Hauses zu sehr hingezogen. „Obwohl Wittenberge so dicht dran ist, ist die Stadt schon etwas weiter, wenn es darum geht, Gebäude zu retten, ohne dass sich schon eine konkrete Nutzung dafür abzeichnet. Da könnten wir uns in Perleberg was abschauen“, so Kunzemann. Er freut sich, dass mit Hoffmann-Axthelm ein Bauherr gefunden wurde, der sich um das ehemalige Hotel bemüht.

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