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Weiterbildung zu Flussauen : BUND erweitert Angebot in Lenzen

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Naturschutzverband will enger mit den Bauern zusammenarbeiten / Neue Workshops des Biosphärenreservates in der Prignitz

svz.de von
erstellt am 01.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Der BUND wird das Programm seines Bildungs- und Informationszentrums auf der Burg Lenzen deutlich ausbauen. Die Konzepte für 2018 würden bereits erarbeitet, sagte BUND-Vorsitzender Prof. Hubert Weiger am Sonnabend in Lenzen bei den 10. Naturschutztagen an der Elbe. Im Zentrum des erweiterten Veranstaltungsangebotes steht das in Lenzen bereits arbeitende Europäische Zentrum für Auenökologie, Umweltbildung und Besucherinformation. Es soll für die Umsetzung des in diesem Jahr aufgelegten bundesweiten Programms „Blaues Band“ BUND-Mitglieder schulen.

Dieses Vorhaben, als Nebenwasserstraßen eingestufte Fließgewässer zu renaturieren, mehr Überschwemmungsflächen und Auenwälder sowie an Hauptwasserstraßen mehr ökologische Trittsteine zu schaffen, erfordert erhebliche Vorbereitungsarbeit. „Informationen und Wissen müssen vermittelt werden. Zudem gibt es einen erheblichen bürokratischen Aufwand in der Zusammenarbeit mit Behörden mit vielen Formularen. Darauf wollen wir die mit dem Projekt befassten BUND-Mitglieder vorbereiten, erläuterte Weiger.

Das BUND-Zentrum Burg lenzen hat sich für diese Aufgabe durch die bisherige Arbeit des auenökologischen Zentrums und das stetig ausgebaute Veranstaltungs- und Bildungsangebot empfohlen. Akteure am Fluss werden mit vielen nationalen und internationalen Partnern vernetzt. Gemeinsam wird geforscht und es werden Projekte mit Modellcharakter entwickelt. Hilfreich dabei sei auch die Lage an der Elbe und der derzeit größten Deichrückverlegung Deutschlands in der Lenzener Elbaue, so Weiger. Dort seien das Vorgehen bei derartigen Renaturierungsvorhaben, der Aufbau neuer Auenwälder und von Überschwemmungsflächen auch praktisch zu erleben.

Während der Naturschutztage wurde angeregt, dass BUND und Landwirte mehr aufeinander zugehen. Das starke Sterben bäuerlicher Existenzen sei auch ein Problem für den Naturschutz, dieser brauche die Bauern, betonte Weiger. Er rief dazu auf, Trennendes zu überwinden. Der BUND-Vorsitzende setzt auf eine neue Bauerngeneration, die Natur- und Umweltschutz stärker in ihre Arbeit einbezieht.

Auch Jörg Ehlers, Vizepräsident des Landvolks Niedersachsen/Landesbauernverband, plädierte für eine engere Kooperation. Es gebe mehr Gemeinsamkeiten zwischen Bauern und Naturschützern, als dies öffentlich wahrgenommen werden.

Guido Puhlmann, Vorsitzender des Dachverbandes nationaler Naturlandschaften Europarc und Leiter des Biosphärenreservats Mittelelbe, sprach sich dafür aus, Biosphärenreservate in Modellprojekte für ökologische und konventionelle Landwirtschaft sowie nachhaltigen Tourismus zu verwandeln. Dafür gebe es große Möglichkeiten und Rückhalt in der Gesellschaft. Die Verbraucher wollten zunehmend wissen, für welche Leistungen einschließlich Naturschutz sie bezahlen.

Auch Heike Ellner, Leiterin des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe Brandenburg, plädierte für mehr Zusammenwirken von Naturschützer und Bauern. Dafür sei schon einiges getan worden. Heike Ellner kündigte an, gemeinsame Workshops für beide Gruppen anzubieten zu übergreifenden Themen von Landwirtschaft und Umweltschutz aber auch zur Regionalvermarktung anzubieten.  

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