Groß Pankow : Bürgerwindrad als Idee

200 Meter hohe Anlagen sollen bei Klein Woltersdorf errichtet werden.
200 Meter hohe Anlagen sollen bei Klein Woltersdorf errichtet werden.

Planungsbüro aus Regensburg stellte der Gemeindevertretung eine regionale Finanzierungsvariante vor

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11. Juli 2014, 22:38 Uhr

Ein Windrad, an dem sich viele Einwohner beteiligten – ein Bürgerwindrad – diese Vision könnte in der Gemeinde Groß Pankow Gestalt annehmen. Über diese Möglichkeit informierte in der jüngsten Gemeindevertretersitzung Stefan Trummer vom Planungsbüro Voltgrün aus Regensburg im Zusammenhang mit Planungsänderungen für den Bau von Windrädern im Raum Klein Woltersdorf. Mit der Planänderung wurde die bisher geltende Höhenbegrenzung für Windräder aufgehoben. Bisher, so Trummer, gebe es das in der Gemeinde noch nicht. In seiner Heimat Bayern sei diese Art Beteiligungsmodell und Geldanlage bereits sehr gefragt.

Der Diplomingenieur kennt die Prignitz recht gut, war bereits vor zehn Jahren das erste Mal hier, seinerzeit noch für ein anderes Windkraftunternehmen im Einsatz. Im Unterschied zur herkömmlichen Finanzierung des Windkraftanlagenbaus bleibe bei einem Bürgerwindrad die Wertschöpfung dort, wo die Anlage steht und Strom erzeugt, so Stefan Trummer. Erstrebenswert sei, dass sowohl die finanzierende Bank als auch die Bürger, die das Eigenkapital beisteuern, aus der Region kommen. Das sei aber kein Zwang.

Um das Projekt in die Realität umzusetzen, werde zunächst eine Bürgerwindparkgesellschaft gegründet. Die Gemeinde sei darin der erste Gesellschafter und über sie könne dann auch gesteuert werden, woher die Bürger kommen, die ihr Kapital geben. Aus der bisherigen Erfahrung, so Stefan Trummer, betrage die Einstiegssumme für Bürger, die sich beteiligen möchten, 3000 Euro. Man gehe dann in 1000er Schritten weiter. Die Gemeinde gehe bezüglich der Planungskosten in Vorleistung, für sie, so Trummer, bestehe kein Risiko. Die vom Gesetzgeber garantierten Einspeisevergütungen sind der Erlös bzw. die Gewinnausschüttung für die Bürger, die als Investoren auftreten. Sollte die Idee nicht aufgehen, sei es kein Problem, für das Unterfangen einen Investoren zu finden. „Auch eine Splittung ist möglich. Bürger, Gemeinde und ein Investor könnten gemeinsam auftreten“, so Trummer. Für die zwei geplanten 200 Meter hohen Windkraftanlagen müsse man rund drei Millionen Euro veranschlagen. Anlagen mit einer Höhe von über 100 Metern könne man hier, in der Senke des Karthanetals, auf jeden Fall wirtschaftlich betreiben, sagt der Experte. Dr. Ingo Frahm, Vorsitzender der Gemeindevertretung, empfahl, über eine Bürgerbeteiligung bei der anstehenden Investition auf jeden Fall nachzudenken.


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