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Bürgermeister: Speicherabriss ist nur eine Variante

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erstellt am 09.Aug.2012 | 04:48 Uhr

Wittenberge | Wenn alles klappt, wird Anfang September ein Gutachten zum Zustand der Hafenspeicher vorliegen. "Wir hoffen, dass es zur Entscheidungsfindung beiträgt", sagte am Mittwoch abend Wittenberges Bauamtschef Hubert Mackel. Auch wenn die Speicher nicht auf der Tagesordnung dieser Sondersitzung des Hauptausschusses standen, so waren sie doch Thema. Bürgermeister Dr. Oliver Hermann machte sie dazu, um, wie er sagte, über den aktuellen Stand zu informieren. In Wittenberger sind die monumentalen Denkmale bereits seit dem Moment Gesprächsthema, als der "Prignitzer" die Öffentlichkeit erstmals darüber informierte, die Stadt denke über einen Abriss von zwei der drei Gebäude nach. Auch ein kurzfristiger Abrissantrag ist bzw. war in Vorbereitung.

Auch wenn die Abrissidee aus der Not geboren ist, weil der Stadt die geschätzte rund eine Million Euro fehlt, die laut Mackel für eine fachgerechte Fassadenreparatur nötig ist, auf Gegenliebe ist sie bei vielen Wittenbergern nicht gestoßen. Bei Facebook hat sich eine Gruppe vorwiegend jüngerer Wittenberger zusammengefunden, die unbedingt für den Speichererhalt plädieren.

Im Hauptausschuss versicherte das Stadtoberhaupt seinerseits, dass "wir als Verwaltung zur Zeit Varianten prüfen". Der Abriss ist eine davon, "aber nicht die einzige". Und dann ließ Hermann noch wissen, "dass ein Kompromiss auf jeden Fall denkbar ist". Allerdings muss er bezahlbar sei. Der Bürgermeister sieht dabei das Land, den Kreis und auch die Denkmalbehörde mit im Boot und er drückt auf Tempo, sieht nämlich "die Entwicklung eines kleinen Stadtteils in Gefahr, wenn keine Entscheidung getroffen wird". Die Rede dürfte vom Gebiet Packhof/Bad Wilsnacker Straße und der Uferpromenade entlang der Wasserkante sein.

Die Planer haben den aufwändig zu gestaltenden Uferweg im Bereich des Stadthafens nicht am Wasser, sondern zwischen Speichern und Bad Wilsnacker Straße vorgesehen. Ob es bei dieser Lösung bleibt, ist sicher davon abhängig, was aus den Denkmälern wird. Der rund 600 Meter lange attraktiv zu gestaltende Uferweg soll für rund 1,5 Millionen Euro in diesem und im nächsten Jahr realisiert werden.

Wie problematisch der Zustand der Vorsatzfassade bei den beiden großen Denkmalspeichern ist, verdeutlichte der Bauamtsleiter den Abgeordneten. Er sieht wegen der Stahlbetonsilos, die das Innenleben ausmachen, auch keine künftige sinnvolle Nachnutzung. Auf Vorschlag des Bürgermeisters wird, wenn das Gutachten vorliegt, der Bau- und Wirtschaftsausschuss über die Speicher beraten und entscheiden.

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