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Wittenberger Stadtumbau : Bürgerhäuser sind zurück im Leben

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Johannes-Runge-Straße 7 und 8 bieten komfortabelstes Wohnen unter Denkmaldächern. WGW saniert mit großem Aufwand

svz.de von
erstellt am 05.Mai.2014 | 22:00 Uhr

Es ist der Tag, an dem der Aufzug, oder besser die Segmente dafür geliefert werden. Ab Juni gleiten die Mieter damit komfortabel bis unters Dach in der Johannes-Runge-Straße 7. Im obersten Geschoss des großen der beiden repräsentativen Wohnhäuser 7 und 8 an der Ecke zur Theodor-Körner-Straße baut die Wohnungsbaugesellschaft zusätzlich zwei Wohnungen aus. „Wer dort oben wohnt, lebt künftig fast über den Dächern des Jahnschul-Viertels“, sagt WGW-Geschäftsführer Torsten Diehn schmunzelnd und lädt zur Bestätigung seiner Worte zu einem Blick auf die Dachlandschaft und in die angrenzenden Häuserzeilen des Gründerzeit-Viertels ein. Die Mieter in den beiden Obergeschosswohnungen werden den Blick künftig von einem eigenen Balkon aus genießen können.

Nachdem Haus zu den Vier Jahreszeiten, das die WGW im vergangenen Jahr nach umfassendster Sanierung und Modernisierung fertig stellte, holt die Gesellschaft jetzt mit ähnlich millionenschwerem Aufwand ein weiteres wichtiges, weil das Jahnschul-Viertel prägendes Bürgerhaus nach Jahren des Leerstandes ins Leben zurück.

Wer das Glück hat, in der Johannes-Runge-Straße 7 bzw. 8 eine Wohnung zu bekommen, wird in einem fachgerecht sanierten Denkmalhaus leben, das gleichzeitig energetische Standards eines Neubaus aufweist.

Die WGW legt nach den Worten ihres Geschäftsführers Torsten Diehn höchste Maßstäbe an beim Umbau des Denkmalkomplexes. „Die nachhaltige Instandsetzung und Modernisierung werde die gute Vermietbarkeit des Hauses auf Jahrzehnte sichern“, unterstreicht Diehn.

Ein Spagat zwischen Altem und Neuem also?

„Eine sehr kluge und ausgewogene Verbindung von beidem“, sagen der WGW-Geschäftsführer und Jeannine Meierholz als die verantwortliche Architektin. In ihren Händen lag die räumlich Neugliederung der jetzt insgesamt 16 Wohnungen: 13 befinden sich in dem respektablen Eckhaus, drei in dem kleineren Haus zur Rungestraße. „Wir verfügen damit über Wohnungen von einer Größe zwischen 48 und rund 80 Quadratmetern, die sich gut vermieten lassen“, sagt Diehn, während er durch die Wohnungen in den einzelnen Etagen führt. Keine Wohnung ist wie die andere geschnitten. Das sei keine architektonische Spielerei, sondern ein Erfordernis, abgeleitet aus den räumlichen Gegebenheiten und zum Vorteil der künftigen Mieter verwandelt. Es erstaunt, dass selbst die kleinen Wohnungen gut geschnitten sind und weitläufig wirken.

Bis auf ein Quartier, bei dem es wegen eines kleinen vorspringenden Walmdachs nicht möglich war, sind sämtliche Wohnungen mit einer Loggia, einem Balkon bzw. einer Terrasse ausgestattet. Heizkörper sucht man in sämtlichen Räumen vergeblich. In Fußböden liegen Heizschläuche. Ausnahmen machen die Bäder. In jedem findet sich ein Heizkörper als Handtuchhalter.

Wie das Haus zu den vier Jahreszeiten verfügen die Johannes-Runge-Straße 7 und 8 über eine kontrollierte Wohnraumlüftung. Die Räume sind von innen gedämmt. „Wir bieten höchsten Komfort“, sagt Diehn. Barrierefreiheit bzw. behindertengerechte Ausstattungen würden heutzutage selbstverständlich dazu zählen.

Über Summen, die die Sanierung kostet, will er vor Abschluss der Arbeiten nicht reden, betont aber, „dass selbst mit umfassender Förderung die Gesellschaft bei einem solchem Objekt stark gefordert ist“. „Wir haben es hier mit zwei Einzeldenkmalen zu tun. Der Fördermittelgeber legt, egal, ob es sich beispielsweise um die Ausführung der Türen oder Fenster handelt, genau fest, wie was zu erfolgen hat“, verdeutlichen Diehn und die Architektin den Sanierungsanspruch. Wichtig sind ihnen die Feststellung, dass fast ausschließlich Handwerksfirmen aus der Region mit den Arbeiten betraut werden konnten und gute Arbeit abliefern.


 


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