Quartierkonzept Sankt-Nicolai-Kirchplatz : Bürgerbeteiligung von Beginn an

Stadtplaner Matthias Bockhorst (links) notiert die Vorschläge der Anwohner sofort auf dem Quartiersplan.
Stadtplaner Matthias Bockhorst (links) notiert die Vorschläge der Anwohner sofort auf dem Quartiersplan.

Anwohner diskutieren mit Bürgermeisterin, Bauamtsleiter, Planern und BIG-Städtebau über Quartierkonzept Sankt-Nicolai-Kirchplatz

svz.de von
08. Februar 2018, 05:00 Uhr

„Seit unserem Treffen am 7. Juli gab es Gespräche mit der Denkmalpflege, haben wir Ihre Vorschläge und Anregungen ausgewertet“, so begrüßt Norbert Hollemann von der BIG-Städtebau Anwohner des St. Nicolai-Kirchplatzes und interessierte Bürger. „Jetzt wollen wir prüfen, ob wir mit unseren Planungen auf dem richtigen Weg sind.“

Die Anwohnerschaft ist fast vollzählig zu diesem Termin erschienen. Stadtplaner Matthias Bockhorst vom Planungsbüro Contextplan aus Berlin trägt in einem kurzen Vortrag seine „Fremdsicht“ auf eine mögliche Gestaltung vor. Dabei geht es um den aktuellen Leerstand der denkmalgeschützten Gebäude an der Wollweberstraße, die Möglichkeiten der Neugestaltung des öffentlichen Raumes bis hin zur Parkplatzsituation. „Gegen das jetzt anarchistische Parken könnte durch ein Zufahrtsverbot für Fremde vorgegangen werden“, so Matthias Bockhorst. Als er sich mit einer Anwohnergruppe zur gezielten Beratung an einen Tisch setzt, findet dieser Vorschlag als erstes Eingang auf den Plan. „Es sind fast alles Fremdparker, die hier stehen“, informieren die Anwohner. Bockhorst zeichnet die „Einfahrtssperren“ auf den Plan. Die Bürger, die im Quartier Sankt-Nicolai-Kirchplatz wohnen, sind sich in der groben Gestaltung einig. Die Parkplatzsituation, die Aufwertung der Grünflächen sowie eine Verbesserung der Beleuchtungssituation stehen an beiden Tischen, wo die Planer mit den Bürgern und den Vertretern der Stadt die Vorhaben besprechen, ganz oben. Einig ist man sich zudem über die Schaffung der Barrierefreiheit. Positiv aufgegriffen wird auch die Nutzung der von den Planern „Kirchgasse“ genannte Zuwegung zwischen den Häuserzeilen an der Wollweberstraße. Planer Ralf Hoppe meint, die Gasse habe den „Charme einer Filmkulisse“. Hier können sich die Vertreter von Contextplan Shared Space vorstellen. Das bedeutet, dass die Anwohner diesen öffentlichen Raum individuell nutzen und gestalten können. Während die Denkmalpflege in den Gesprächen mit den Planern die historische Darstellung oder den historischen Bezug zur einst hier stehenden Sankt-Nicolai-Kirche aus pragmatischer Sicht als nicht notwendig und unrealistisch betrachtet, fordern Stefan Kunzemann und Matthias Sommer von der AG Stadtgestaltung das an diesem Abend mehrfach – in großer und in kleiner Runde. Aber auch bei den Anwohnern besteht kein wirkliches Interesse daran.

Am Ende sind alle mit dem Verlauf des Abend sehr zufrieden. Bürgermeisterin Annett Jura spricht von der „intensivsten Bürgerbeteiligung ihrer Amtszeit“. Jetzt geht es in die nächste Planungsrunde. Contextplan geht in die Feinplanung, die im Mai/Juni vorliegen soll. In der Zwischenzeit finden die ersten Vermessungen statt, die BIG-Städtebau kümmert sich um die „Ruinen“, so dass es im Herbst die nächste Bürgerrunde geben kann. Wenn alles reibungslos läuft kann sich das Quartier bereits 2020 neugestaltet präsentieren.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen