zur Navigation springen

Wittenberge : Bürger wollen Parkbäume erhalten

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Awo will ihr Seniorenpflegezentrum erweitern. Im angrenzenden Park soll ein Neubau entstehen. Doch dafür müssen Bäume gefällt werden. Kritik wird laut.

von
erstellt am 02.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Die Prignitzer Awo erweitert ihr Pflegezentrum in der Stein-Hardenberg-Straße um 44 auf 117 Plätze. Der Neubau wird parallel zu dem vorhandenen Gebäude in den Park gesetzt. Dafür müssen 21 Bäume –15 Platanen und sechs Kastanien – fallen. Das ist die knappe Hälfte des Bestandes. „Wir haben dafür sämtliche Genehmigungen ordnungsgemäß beantragt und erhalten“, sagt Awo-Geschäftsführerin Heike Schulz. Und sie sagt auch, dass das Seniorenpflegezentrum ausgelastet ist, Menschen dringend auf den Neubau warten.

Die Genehmigung zum Einschlagen der Kastanien hat die Stadtverwaltung erteilt. Abgeordnete im Umweltausschuss haben es auch empfohlen. Der Stadtverordnete Frank Heinke (B90/Die Grünen) lehnt sich aber auf. In Geschäften und Einrichtungen der Stadt hat er in dieser Woche Unterschriftenlisten ausgelegt, die sich füllen (wir berichteten).

Am späten Mittwochnachmittag hatte er zu einem Treff in den Park gebeten, zu den attestiert gesunden Platanen, die jetzt abgesägt werden. Seiner kurzfristig ausgesprochenen Einladung folgen nicht ausschließlich Bürger, die für ihr ökologisches Engagement bekannt sind. „Ich habe erst aus dem ,Prignitzer’ erfahren, dass hier so viele Bäume gefällt werden. Ich kann es einfach nicht fassen“, sagt Daniela Emsmann. Sie ist empört. Das ist auch Helmut Adamschek. Der Elbestädter vermutet: „Die wollen die Bäume nur fällen, um die Krähen los zu werden.“ Auch sie habe erst durch die Veröffentlichung im „Prignitzer“ (am Dienstag, Seite 9) von der Absicht der Arbeiterwohlfahrt erfahren, über 20 Parkbäume zu fällen“, fügt Hannelore Kühling an. Sie und ihr Gatte sind ärgerlich, „weil wir so spät informiert worden sind und weil wir das Vorhaben nicht gut finden.“ Kühlings haben in der Beethovenstraße ein Haus. Der Blick ins Grüne werde den Mietern sehr fehlen, meinen sie. Die Geschäftsführung der Awo verdeutlichte ihre Position, erklärte, dass der Bau genau an der vorgesehenen Stelle stehen müsse. Der Park gehört der Awo. Sie hat ihn mit dem Pflegeheim vor fünf Jahren vom Landkreis bzw. dem Kreiskrankenhaus erworben. Eine Klausel zum Parkerhalt wurde nicht vereinbart.

Für Heinke ist es trotzdem wichtig, für den Erhalt derartig wertvoller Bäume zu kämpfen: „Das sensibilisiert auch für künftige Entscheidungen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen