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Ärger über Laub in Gross Breese : Bürger verlangen Klarheit

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Laubentsorgung in Groß Breese sorgt für Ärger. Einwohner übergeben Offenen Brief an ihren Bürgermeister

von
erstellt am 23.Okt.2017 | 12:00 Uhr

So schön der Anblick des mit buntem Laub bedeckten Bodens in Groß Breese für einige Betrachter sein mag, für viele Einwohner sind die Blätter Symbole ihres Ärgers. Seitdem die Gemeinde das Laub nicht mehr in einem Privatwald zwischen Groß Breese und Kuhblank entsorgen darf, laufen die Bürger über ein Blättermeer.

Denn nun muss geklärt werden, wie das Laub der sechsreihigen Allee weggeschafft werden kann. Container, die über viele Jahre von der Gemeinde Breese bereitgestellt wurden, um das Laub dort zu sammeln, gibt es nun auch nicht mehr. Werner Steiner, Bürgermeister der Gemeinde Breese, hat erklärt, er wolle das Laub von Gemeindearbeitern maschinell schreddern lassen, damit es dann an Ort und Stelle verrottet.

Damit sind viele Einwohner Groß Breeses jedoch nicht einverstanden. Sie haben sich zusammengeschlossen und fordern eine bessere Lösung. „Eichenlaub verrottet schlecht. Das wird nicht funktionieren. Dazu kommt, dass das zerkleinerte Laub auch auf dem Radweg liegt. Und wenn der nass ist, wird es rutschig“, erklärt die Grünen-Kreistagsabgeordnete Bärbel Treutler, die in Groß Breese wohnt. 42 grüne Kreuze hängen an Türen und Toren in dem Dorf – ein symbolisches Zeichen des Widerstands unter dem Motto „Schreddern ist nix“. „Unser Dorf war bis zum Totensonntag immer sauber, das war eine Tradition“, sagt Elke Last bei einem Vor-Ort-Termin. Sie sehe nicht ein, dass das Laub nun einfach verrotten soll. Wie bestellt, zerschreddern während des Gesprächs zwei Gemeindefahrzeuge das Laub. „Und was ist, wenn der Eichenprozessionsspinner noch in den Blättern ist? Das liegt dann vor den Häusern“, so Elke Last. Diese Sorge treibt auch Christina Schulenburg um. „Meine kleine Tochter ist allergisch auf den Eichenprozessionsspinner. Wie soll das weitergehen?“, fragt sie und gibt weiter zu bedenken, dass das kleinteilige Laub nicht mehr aufgeharkt werden könne.

Das Thema wurde auch bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung angesprochen. Einige Groß Breeser nutzten die Einwohnerfragestunde, um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen. Bärbel Treutler las einen zweiseitigen Offenen Brief vor, in dem es auch um die Frage der Kosten für die Laubentsorgung geht, und übergab jedem Gemeindevertreter ein Exemplar plus Fotos von der aktuellen Lage. „Wir haben jedes Jahr Tonnen an Laub. Es braucht eine vernünftige Lösung. Das Ablagern im Wald ist keine Lösung, denn es gibt ein Bundesnaturschutzgesetz“, sagte sie. Die Bürger fühlten sich von Werner Steiner und der Gemeindevertretung bevormundet. „Es wird über unsere Köpfe hinweg entschieden. Und wir erfahren nichts“, so Treutler. Werner Steiner rechnete vor, dass die Gemeinde für dieses Problem mehr als 50  000 Euro aufwenden müsste: Fürs Entsorgen des Laubes, den Baumschnitt und das Entfernen des Altlaubes in dem Privatwald. „Doch da läuft noch das Verfahren, wer dafür aufkommen muss. Wir oder der Waldeigentümer“, so Steiner. Die Gemeindevertreter zeigten Verständnis für die Bürger, baten sie um mehr Zeit, um Lösungen zu finden. Torsten Blüthmann erklärte, dass man versuchen könnte, einen Entsorgungsplatz für die ganze Gemeinde zu finden. „Aber für dieses Jahr ist das Thema gelaufen“, musste er zugeben.

Amtsdirektor Torsten Jacob gibt auf Nachfrage in Sachen Eichenprozessionsspinner Entwarnung. „Das Sprühmittel gegen die Insekten ist biologisch und die gefährlichen Härchen der Raupen befinden sich nicht an den Blättern.“ Jacob sprach bei der Sitzung davon, dass auch ein Zwischenlager möglich sei, „aber das ist mit hohen Auflagen und Kosten verbunden“. Die Frage der Laubentsorgung wird die Gemeinde auch künftig beschäftigen. Kommenden Donnerstag, 19 Uhr, wird eine Einwohnerversammlung im Groß Breeser Gemeindesaal stattfinden.

 

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