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Der Prignitzer

17. Dezember 2017 | 13:02 Uhr

Winräder : Bürger machen mobil

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Einwohner von Kletzke lehnen weitere Windräder ab und wehren sich nicht nur mit Plakaten

svz.de von
erstellt am 10.Feb.2016 | 22:00 Uhr

So geht es nicht, sagen Kletzker Einwohner und wollen koordiniert gegen die geplanten Windräder vorgehen. Dazu hat sich die Bürgerinitiative (BI) Gegen mehr Wind in Kletzke gebildet.

Die Gemeindevertretung Plattenburg hatte am 12. Januar durch ihren Beschluss den Weg freigemacht für die öffentliche Auslegung des Vorentwurfes zum Bebauungsplan Nr. 1 „Windpark Kletzke“. Interessierte Bürger können in der Gemeindeverwaltung in Kletzke Einsicht nehmen und bis 11. März ihre Stellungnahmen abgeben. Als „Betroffene“ gelten nicht nur die Bürger von Kletzke, sondern auch die Einwohner der an dem geplanten Windpark Kletzke liegenden Ortschaften Neu Schrepkow, Schrepkow oder Groß Welle.


Unterschriften liegen vor


Geplant sind fünf neue Windkraftanlagen mit einer Höhe von 200 Meter. Einwohner von Kletzke haben sich bereits im Sommer 2015 in einer Unterschriftensammlung deutlich dagegen ausgesprochen: Über 200 Unterschriften wurden gesammelt und auch heute sei die Meinung einhellig: „Wir brauchen keine weiteren Windräder!“, erklärt Susan Eppenstein-Kiack, Sprecherin der BI.

Dies bringen sie nun auch eindrucksvoll an der Straße zum Ausdruck. An verschiedenen, gut sichtbaren Zäunen hängt die klare Forderung: „Gegen mehr Wind in Kletzke!“

Auch in Neu Schrepkow, das durch die geplanten Windkraftanlagen zu 270 Grad umzingelt würde, zeigt man an der B 5 deutlich Flagge. Hier heißt es: „Gegen mehr Wind in Neu Schrepkow!“

Die Organisatoren der Bürgerinitiative bereiten sich derzeit auf die Unterstützung der Einwohner bei der Formulierung ihrer Stellungnahmen vor. „Es ist nicht für jeden Bürger so einfach, seine Einwendungen konkret zu formulieren. Dabei werden wir sie in den nächsten Wochen aktiv unterstützen“, sagt Susan Eppenstein-Kiack.

„Wir sind nicht gegen Windkraft, wir sind gegen Windkraft in unseren Gärten! In der Prignitz stehen bereits knapp ein Viertel der brandenburgischen Windräder, weil sie so dünn besiedelt ist. Warum müssen hier jetzt noch mehr Anlagen gebaut werden und das direkt vor unserer Haustür?“, fragt sie weiter.

Das Gebiet des geplanten Windparks Kletzke ist Teil des Windeignungsgebietes Nr. 27, das im Regionalplan von 2003 ausgewiesen wurde. Im gesamten Gebiet befinden sich bereits 43 Windkraftanlagen. „Die Farce dabei ist, dass dieses Windeignungsgebiet in dem neuen aber noch nicht beschlossenen Regionalplan, nicht mehr als Windeignungsgebiet ausgewiesen ist“, weist sie auf einen Widerspruch hin.

In der Begründung sei Kletzke ausdrücklich erwähnt und zwar als „Ort mit landschaftstypischen erlebbaren Bezügen“ in einem „Raum mit besonderer kulturhistorischer Prägung“. Nun werde versucht, schnell noch ein paar Windräder aufzustellen, bevor der neue Regionalplan in Kraft tritt, „aber das lassen wir nicht so einfach mit uns machen“, so Eppenstein-Kiack.

Bei Kletzke stehen bereits 43 Windkraftanlagen. Die geplanten Windräder haben die doppelte Höhe und stehen deutlich dichter am Ort. Drei der neuen Windenergieanlagen sollen nur 660 bis 760 Meter entfernt von der Wohnbebauung stehen. Dies widerspreche der Empfehlung der brandenburgischen Regierung, einen Mindestabstand von 1000 Meter zur Wohnbebauung einzuhalten.

Bürger hätten in den vergangenen Sitzungen der Gemeindevertretung und des Bauausschusses mehrfach darauf hingewiesen, dass sie sich persönlich betroffen fühlen, dass gesundheitliche Belange bei den Planungen offensichtlich überhaupt nicht berücksichtigt werden und dass der Eindruck erweckt werde, dass der Weißstorch wichtiger sei als der Bürger.

Auch die Einschränkung der Lebensqualität durch die geplante Umfassung von Neu Schrepkow wurde immer wieder angesprochen. Dennoch wurde der Vorentwurf nicht abgeändert und in der vorliegenden Fassung zur Auslage gebracht, so die BI. „Aber wir Einwohner von Kletzke lassen uns nicht so einfach unterkriegen – wir kämpfen für unsere Rechte. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!“

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