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Der Prignitzer

23. November 2017 | 17:34 Uhr

Bürger fahren selbst ihren Überlandbus

vom

svz.de von
erstellt am 19.Nov.2011 | 11:54 Uhr

Potsdam | Gut 100 000 Kilometer haben die 59 ehrenamtlichen Busfahrer des Landes Brandenburg in den vergangenen fünf Jahren zurückgelegt. Seit der ersten Fahrt 2006 blieben die Fahrer der Bürgerbusse unfallfrei. Sie sind auf Strecken unterwegs, auf denen regulär kein Bus mehr fährt.

Mit 11 000 Euro unterstützen nun das Land Brandenburg und der ADAC ein Fahrsicherheitstraining. Mit diesem Beitrag werde der Einsatz der Bürgerbusfahrer für die Mobilität in dünn besiedelten Gebieten unterstützt, sagte Staatskanzleichef Albrecht Gerber gestern in Potsdam. Inzwischen gibt es laut Gerber vier Bürgerbusvereine im Land Brandenburg - in Gransee, Brieselang, in Bad Belzig und Lieberose.

Monatlich würden mehr als 1000 Menschen diese Busse nutzen, die in das Streckennetz des öffentlichen Personennahverkehrs integriert sind. "In diesen Regionen sind die Bürgerbusse nicht mehr wegzudenken", sagte Gerber weiter. Denn trotz des Bevölkerungsrückgangs in den ländlichen Regionen bleibe das Mobilitätsbedürfnis der Einwohner. Im aktuellen Demografiebericht des Landes, der für Brandenburg einen Bevölkerungsrückgang von 295 000 Einwohnern bis zum Jahr 2030 und immer dünner besiedelte Gebiete prognostiziert, werden Angebote wie der Bürgerbus als "intelligente Dienste" beschrieben. "Sie sind ein wichtiger Beitrag für den Erhalt der Lebensqualität in ländlichen Raum", sagte Staatskanzleichef Gerber.

Für den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) seien in dünn besiedelten Regionen Angebote des öffentlichen Personennahverkehrs nicht mehr zu finanzieren, sagte VBB-Sprecherin Elke Krokowski. Daher seien die Bürgerbusse eine Alternative, die "der VBB nicht als Konkurrenz sieht, sondern von Beginn an unterstützt hat", betonte sie. Aus finanzieller Sicht könnte der Verkehrsverbund kein vergleichbares Angebot wie die ehrenamtlich organisierten Bürgerbusse vorhalten. Der VBB reagiere mit Bedarfshaltestellen und Rufbussen auf die demografische Entwicklung. "Jedes System hat seine Berechtigung", so Krokowski.

"Das Fahrsicherheitstraining ist eine wichtige Maßnahme für uns", sagte Kurt Jakob, Vorsitzender des Bürgerbusvereins Brieselang und selbst Hobby-Busfahrer. Zwar mussten er und seine Kollegen vor ihrer ersten Fahrt eine Eignungstest absolvieren. "Aber als Busfahrer haben die wenigsten von uns Erfahrung", sagt Jakob.

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