Musical “Rocky Horror Show“ : Bühnenstar aus Perleberg

Der gebürtige Rolandstädter Sven Fliege wirkt im Ensemble des Musicals „Rocky Horror Show“ mit

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11. Juli 2014, 22:00 Uhr

Eine regnerische Autofahrt. Ein frisch verlobtes Liebespaar mit einer Autopanne. Und das düstere Schloss vor ihnen entpuppt sich als Planet Transsexual mit Bewohnern in schillernden Kostümen und High Heels. Willkommen zur „Rocky Horror Show“ in Magdeburg! Mittendrin der gebürtige Perleberger Sven Fliege.

„Es ist mein erstes Engagement in den neuen Bundesländern. Ich freue mich total, dass ich beim Domplatz Open Air dabei bin“, so der Musicalsänger. Der frühere Gewinner der Lotte-Lehmann-Woche in Perleberg teilt sich die Rolle des Eddie mit dem einstigen Sieger der Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ Tobias Regner und spielt, tanzt und singt im Ensemble mit.

„Ulrich Wiggers, der die Inszenierung übernommen hat, kannte mich schon aus der ,Tanz der Vampire’-Produktion in Berlin, wo Uli Chagall war“, erzählte Fliege, „er hat mich angerufen und gefragt, ob ich Interesse hätte. Klar habe ich vorgesungen. Das war im Januar.“ Im Herbst noch war Sven Fliege in Berlin im Off-Theater Coupé in dem Stück „Die Tagebücher von Adam und Eva“ zu erleben, was er als großen Spaß beschreibt. Außerdem ging er sechs Wochen mit „Ein Mann geht durch die Wand“ auf Tour und interpretierte französische Chansons.

Als der Anruf vom Theater in Magdeburg kam, war die Freude riesig, nicht nur wegen des Solostücks als Eddie, „vor allem, weil ich wieder mit Ulrich Wiggers zusammenarbeiten konnte.“ Anfang Mai begannen die Proben. „Das Ensemble ist ja ultra-jung“, bemerkte der Wahl-Berliner, „es ist eine wunderbare Arbeit. Und der Choreograph Danny Costello hat mich hier zum Tänzer gemacht, obwohl mir das nie besonders lag.“

Hinter Sven Fliege liegen seit dem Weggang aus Wien, wo er im Ronacher von 2009 bis 2011 in dem Musical „Tanz der Vampire“ das „Nightmare-Solo 1“ sang und im Ensemble mitwirkte, nonstop Produktionen. An Wien schloss sich die Tournee von „Elisabeth“ mit den Rollen Baron Kempen und Luigi Lucheni an, 2012/13 spielte er Roger in dem Musical „Rent“ im Berliner Kino „Delphi“ an. 2013 stand zudem die Rolle des Ernst Ludwig in „Cabaret“ im Zeltpalast Merzig auf dem Programm. Dazwischen nahm er 2013 für den Bayerischen Rundfunk „Cyrano de Bergerac“ auf. In Perleberg rockte der Musicalsänger mit Freundin Rubini Zöllner zuletzt im September 2013 mit Ostrock-Hits die Bühne.

Am Sonntag, 13. Juli, ist letzte Vorstellung der „Rocky Horror Show“ auf dem Domplatz in Magdeburg. Dann ist Urlaub angesagt. „Seit fünf Jahren das erste Mal“, sagt Fliege, „dann muss ich erst mal durchatmen.“ Handy aus, Zeit mit der Freundin verbringen, Songs schreiben, Ostsee, Störtebecker-Festspiele in Ralswiek mit den Eltern. Seine Schwester, die in diesen Tagen ihr erstes Kind erwartet, will er auch unbedingt treffen. „Das ist eben die Schattenseite des Berufes. Wenn meine Schwester entbindet, kann ich nicht sofort zu ihr, sondern muss erst mal auf der Bühne stehen. Ich freue mich schon sehr darauf, Onkel zu werden“, bemerkte er. Nach dem Sommer steht die nächste große Produktion an: „Jesus Christ Superstar“. Er spielt im Theater Dortmund Judas an der Seite von Jesus, den Alexander Klaws übernimmt. Dazwischen will der Musicalsänger „am Netzwerk Berlin dranbleiben, schreiben, selber machen“ und „in fünf, sechs Jahren gern mal selbst inszenieren.“ Warten wir’s ab!



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