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Gospel : Bühnenreifer Auftritt in einer Rekordzeit

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Beliebter Workshop mit Darius Rossol endete mit Konzert

von
erstellt am 11.Okt.2015 | 17:39 Uhr

Ute Piepenhagen ist noch ganz euphorisch. Ein 90-minütiges Konzert liegt hinter ihr. Sie saß nicht im Publikum, sondern stand auf der Bühne. Sie hat sich nicht wochenlang darauf vorbereitet, sondern knappe eineinhalb Tage. „Man lernt so viel in so kurzer Zeit“, sagt sie. Im Prignitzer Gospelchor singt sie schon eine Weile mit. „Alle haben von diesem Gospelworkshop geschwärmt, ich wurde nicht enttäuscht.“

So wie sie empfinden es nahezu alle Teilnehmer, egal ob Neuling oder Wiederholungstäter, egal ob Kind oder Erwachsener. Zuschauer spüren das während des Konzertes in der Perleberger Kirche sehr deutlich. Mal temperamentvoll, mal gefühlsbetont, mal leise summend, mal laut jauchzend und klatschend – da fällt es schwer zu glauben, dass dieser Chor keine 48 Stunden alt ist.

Dieser Erfolg hat einen Namen: Darius Rossol. Wer nach ihm im Internet sucht, findet kaum zu zählende Beiträge und Zeitungsartikel über diesen außergewöhnlichen Chorleiter: Charismatisch, charmant, humorvoll – all das trifft auf ihn zu. Wenn er während der Proben in der Aula des Gymnasiums Perleberg Teilnehmern erklärt, wie wichtig Präsenz auf der Bühne ist, müssen sie nur ihn anschauen. Darius Rossol hat eine Bühnenpräsenz.

Er reißt die Sänger mit, nimmt ihnen die Angst, entlockt ihnen Töne, die sie zuvor bei sich nicht vermutet hätten. Jeder Blick, jede Handbewegung ist ein geheimes Kommando: Herz, hoch, leise, kraftvoll, wiederholen ... Darius Rossol ist anspruchsvoll. Er lobt und tadelt auf eine Art, die seine Schützlinge eher schmunzeln lässt, aber keinesfalls demotiviert.

Wenn etwas gar nicht gelingen will, wenn Stimmen versagen, Töne schief klingen, wenn aus Hörgenuss eine Mutprobe wird, kullern ihm schon mal symbolisch Tränen herunter. Wer Darius Rossol in diesem Moment anschaut, und das machen alle Teilnehmer permanent, weiß jeder: Wir haben soeben fürchterlich geklungen, aber jeder lacht, weil Lachen beim Workshop mit Darius Rossol dazugehört. Nur Minuten später singt der Chor wie verwandelt, als ob der einzelne; kleine Mann dort vorn Energien freisetzt, die in uns schlummern und nur darauf warten, geweckt zu werden.

Er selbst bleibt dabei ganz bescheiden. „Gemeinsam zu singen, macht einfach Spaß“, sagt er. Seit 1998 Frank Wedel, selbst Chorleiter und Musikschullehrer, ihn ansprach, nach Perleberg holte, hält Rossol der Prignitz die Treue. Alle zwei Jahre bietet er den Workshop an. „Es läuft einfach gut, zu den Organisatoren ist eine Freundschaft entstanden“, meint er am Ende des Konzertes. Er dankt den Gästen und seinen Schützlingen, er applaudiert den Kindern nach ihrem eigenen Auftritt, so als ob er es ist, der hier die Musik genießt. Unterstützt wird er von Frank Wedel am Piano, von Tom Götz am Bass und von Max Hentschel, Drums.

Sein nächster Workshop in Perleberg wird im März 2017 sein. Wer bis dahin nicht warten mag, Gospel liebt oder diese Musik einfach mal ausprobieren möchte, ist in den Prignitzer Gospelchor eingeladen. Unter Leitung von Frank Wedel treffen sich die Sänger alle zwei Wochen im Gymnasium Perleberg, Puschkinstraße. Das nächstes Singen ist diesen Mittwoch um 19 Uhr.

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