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365 tage in die Geschichte eintauchen : Büchsenfleisch und Festwoche

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

„775 Jahre in 365 Tagen“: Ungewöhnliche Stadtchronik erscheint pünktlich zu den Jubiläumsfeierlichkeiten

von
erstellt am 24.Jun.2014 | 12:00 Uhr

„Alle vor dem 1. April 1879 geborenen Perleberger Einwohner erhalten aus einer Spende des irischen Volkes 500 Gramm Büchsenfleisch“ – ein Umstand, der heute vor genau 65 Jahren Schlagzeilen machte in der Rolandstadt. 1933 wurden am 24. Juni 16 Perleberger SPD-Funktionäre verhaftet. Der 24. Juni ist als einer von 365 Tagen des Jahres im historischen Rückspiegel ebenso interessant wie fast jeder andere. „775 Jahre in 365 Tagen“ lautet der Titel der Stadtchronik, die jetzt anlässlich des Jubiläums erschienen ist. Die Chronik reiht sich ein in mehrere Druckwerke, die in diesem Jahr herausgegeben wurden. Und doch ist sie etwas ganz Besonderes – schon aufgrund der handlichen, kompakten Form, hinter der man nicht unbedingt die Aufzeichnungen einer 775 Jahre alten Stadt vermuten würde.

Ende vergangener Woche wurde das Werk der Öffentlichkeit präsentiert. Autor Dr. Wolfram Hennies leistete dafür eine Vorarbeit von etwa zehn Jahren. „Ich habe mir damals einen unbeschriebenen Kalender genommen, begonnen, sukzessive Zeitungen – schwerpunktmäßig ab 1850 – durchzublättern und habe es dann schriftlich festgehalten.“ Später wurde das Skript in den Computer umgetragen. Blättern allein, so Hennies, habe natürlich nicht gereicht. Man habe schon alles lesen müssen, um anschließend die wichtigen von den banalen Dingen trennen zu können. Beides allerdings findet seinen Platz in der Chronik, soll die Vielschichtigkeit des Alltags in der Stadt über die Jahrzehnte und Jahrhunderte skizzieren. Letztendlich, so Wolfram Hennies, sei eine Chronik ja auch nur eine Aufstellung von Ereignissen, die den Jahren zugeordnet sind.

Mehr als 1600 Begebenheiten und historische, auf den Tag genau zurückvollziehbare Dinge sind in der Chronik vereint. Als eine Fleißarbeit, die ihresgleichen sucht, lobte Bürgermeister Fred Fischer das Werk, das Dr. Hennies vorlegte. Noch dazu eine Fleißarbeit, die unterhaltsam und informativ zugleich sei. Finanziell unterstützt wurde das Projekt von der Kulturstiftung der Sparkasse Prignitz. Schließlich mussten die gesammelten Daten und Fotos in einem ansprechenden Layout verpackt und anschließend gedruckt werden. Das übernahm die Pritzwalker Druckerei Koch. Erschienen ist die Chronik in einer Auflage von 2000 Stück. Man bekommt sie seit gestern in der Stadtinformation im Gebäude der Lotte-Lehmann-Akademie am Großen Markt.

Ein kurzer Ausblick anhand der Chronik sei noch auf das Jubiläumsfest gestattet: So begannen am 28. Juni 1964 die Feierlichkeiten zum 725. Jubiläum der Stadt. Damals wurde allerdings eine ganze Woche gefeiert, bis zum 5. Juli. Das waren noch Zeiten!

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