Feuchtbiotop in Garsedow : Buddeln für Frosch und Co.

Sanddünen und Wassermulden prägen das Bild unterhalb des Deiches.
Sanddünen und Wassermulden prägen das Bild unterhalb des Deiches.

Bei Garsedow entsteht unterhalb des Deiches ein Feuchtbiotop, auch wenn das Gelände derzeit noch einen wüsten Eindruck macht

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09. April 2015, 12:00 Uhr

„Einen besseren Baumeister als die Natur gibt es nicht“, ist Peter Gruhn vom Naturschutz & Umweltservice aus dem mecklenburgischen Pampin überzeugt. Gemeinsam mit Landschaftsplaner Marco Wolschendorf legt er – um bei seiner Philosophie zu bleiben – zwischen Elbdeich und Karthaneufer ein Fundament, „auf dem die Natur ihr Haus baut“. Beide sind im Auftrag des Landesumweltamtes im Einsatz.

Ort ihres Tuns ist die etwa zehn Hektar große Fläche von der Stadt aus gesehen kurz vor Garsedow. Bereits 2013 und im vergangenen Jahr war auf dem ehemaligen Wiesengelände schwere Technik im Einsatz gewesen. Gruhn sagt, hier sei Baustoff für den Deichbau entnommen worden. Gleichzeitig fungiere die Fläche als Ausgleichsareal für die Eingriffe in Lebensräume von Amphibien und anderem Getier. Bereits im vergangenen Jahr – der „Prignitzer“ berichtete – entstanden durch das Ausbaggern Mulden, die in Abhängigkeit vom Wasserstand der Elbe überflutet wurden. Gruhn und Wolschendorf erklären: „Wir optimieren jetzt dieses Gelände noch.“ Was vom Deich aus wie eine ungeordnete Sandlandschaft aussieht, ist nach der Aussage der beiden Fachleute die ökologische Grundlage für vielfältiges Leben. „Man muss der Natur nur etwas Zeit und Ruhe lassen“, appelliert Gruhn an Wittenberger und Gäste, das Areal auch wirklich sich selbst zu überlassen. Auf dem Gelände gibt es in einem rund drei Hektar großen Kernbereich jetzt etliche miteinander verbundene Mulden. Die Verbindung zu einem Altwasser unterhalb des Deiches ist hergestellt worden. Die Wasserlöcher können bei Trockenheit nicht mehr zu einer Fischfalle werden. Das hatte 2014 der Kreisanglerverband im „Prignitzer“ heftig kritisiert und auf Änderung gedrungen.

Bei der Schaffung des Biotops komme es aber vor allem darauf an, Amphibien wie Fröschen und Co., Wasservögeln, aber auch Bodenbrütern einen angemessenen Lebensraum zu schaffen, verdeutlichen Gruhn und Wolschendorf das Grundanliegen. Die Wasserlöcher, die Sanddünen, das Grünland und der sich entwickelnde Auwald böten dafür in den nächsten Jahren hervorragende Voraussetzungen.

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