BSV spendet Kassenbestand Vereinen

Ein besonderes Dankeschön sagte Bärbel Adamzig (stehend) Manfred Böttcher. Elf Jahre war er Schatzmeister des Vereins und 'hat seine Sache super gemacht'.
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Ein besonderes Dankeschön sagte Bärbel Adamzig (stehend) Manfred Böttcher. Elf Jahre war er Schatzmeister des Vereins und "hat seine Sache super gemacht".

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01. Mai 2013, 07:58 Uhr

Perleberg | Es gibt ihn nicht mehr, den Ortsverband Perleberg im Brandenburgischen Seniorenverband. Auf der Mitgliederversammlung im Dezember wurde die Auflösung beschlossen. Am Dienstag ist der ehemalige Ortsverband aber noch einmal in Aktion treten. Das Verbandskonto war bereits aufgelöst und das Geld davon wurde nun Vereinen der Stadt gespendet. Je 500 Euro erhielten die Perleberger Jugendwehr und der Tierpark.

Freude bei Maik Müller, Jugendwart, und seinem Stellvertreter Patrick Kludas. "Keine Frage, wir haben natürlich immer Verwendung", so der junge Chef der Perleberger Nachwuchsblauröcke. "Es ist die Anzahlung für richtige Feuerwehrparkas. Jetzt haben wir nur dünne Regenjacken für die Mädchen und Jungen, die nicht viel abhalten, schon gar nicht Wind und Wetter." Zirka 90 Euro kostet so ein Parka, und 33 Mitglieder zählt die Jugendwehr.

Eine Anzahlung sind die 500 Euro auch für das Erdmännchenprojekt des Tierparks. Rund 25 000 Euro werde die Anlage kosten, und eine Förderzusage sei noch nicht da. Dennoch wolle der Förderverein das Vorhaben möglichst im Frühherbst in Angriff nehmen. "Unser Ziel ist es, zum 50. Geburtstags des Tierparks im kommenden Jahr die Anlage zu eröffnen", berichtet Tierparkleiter Michael Niesler. Der Bauantrag sei gestellt, jetzt warte man auf die Genehmigung, und dann soll die Bauerei in Nachbarschaft der begehbaren Vogelvoliere beginnen. Insofern sei man dankbar für jegliche finanzielle Unterstützung, betonte der Tierparkchef.

Bares gab es dann auch noch für die Awo-Begegnungsstätte. "Sie hat uns all die Jahre eine Heimstatt gegeben und dafür wollen wir uns bedanken." Mit diesen Worten übergab Bärbel Adamzig, bis dato eine der beiden Vorsitzendenden des BSV-Ortsverbandes, 200 Euro an Margot Böhringer. "Wir benötigen dringend neues Geschirr", bedankte sich diese freudestrahlend.

Bei aller Freude, auch Wehmut war an diesem Tag zu spüren. Fast 22 Jahre bestand der Seniorenverband. Und doch musste er aufgeben. Es hätten sich ein neuer Vorsitzender und weitere Mitglieder, die im Vorstand mitarbeiten, finden müssen. Den Hut sich aufsetzen, das wollte aber niemand mehr. "Wir sind alle mit unserem Verein älter geworden", verdeutlicht Bärbel Adamzig das Problem. Die Brendike-Brüder haben für die Aufgabe gebrannt. Sie sind verstorben und auch von der im März 2012 gewählten Doppelspitze lebt Alf Mai leider nicht mehr." Und damit war der Vorsitz abermals vakant.

"2011 zum 20. Geburtstag unseres Ortsverbandes hatten wir 125 Mitglieder", erinnert sich Bärbel Adamzig. Damit waren sie einer der stärksten Seniorenverbände in der Stadt, allerdings auch mit einem betagten Altersdurchschnitt von 76,5 Jahren. "Und der Durchschnitt ist noch gestiegen, denn Junge sind kaum zu uns gekommen", fügt sie an. Trotzdem sei es ein schwerer Entscheid gewesen, einen Schlussstrich zu ziehen. Denn in den fast 22 Jahren habe man schon ein Stück Geschichte geschrieben, unterstreicht auch Erika Grunewald.

Am 13. Februar 1991 haben 47 ehemalige Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes - Angestellte des Rates des Kreises und der Stadt, ehemalige Polizisten, Lehrer und Beschäftigte im Gesundheitswesen - den Perleberger Ortsverband aus der Taufe gehoben. Sie waren keine Beamte, sie waren ehemalige Staatsbedienstete und als solche fanden sie unmittelbar nach der Wende in einem anderen Verein kaum Platz. Aber auch sie brauchten und wollten ein Gremium, das sich für ihre Probleme stark machte. Und jenes fanden sie im BRH. 2009 dann die Trennung vom BRH, nachdem der Landesverband aufgrund von Meinungsverschiedenheiten sich vom Bund trennte. Fortan waren sie der Ortsverband Perleberg im Brandenburgischen Seniorenverband. An den Themen änderte sich nichts. Über ihre Rechte und Pflichten die Mitglieder zu informieren, war eine der Hauptaufgaben.

Und der Ortsverband stand vor allem auch für ein Miteinander und Geselligkeit. Fasching wurde gefeiert, man traf sich zum Grillen, unternahm Urlaubs- und Tagesfahrten, feierte Weihnachten. Die vergangene Weihnachtsfeier war nun die letzte als Ortsverband. Etliche Mitglieder, die zumeist auch der Awo angehören, wurden hier oder auch beim DRK aufgefangen. "Und das ist gut so", betont Bärbel Adamzig. Denn einen Hauch von Gemeinschaft will man sich bewahren.

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