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Eintrag ins Ehrenbuch : Brigitte Worch ausgezeichnet

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Ehemalige Pfarrerin trug sich nach der feierlichen Einweihung der sanierten Bentwischer Kirche ins Ehrenbuch der Stadt Wittenberge ein.

svz.de von
erstellt am 29.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Der Erntedankgottesdienst gestern in Bentwisch stand unter einer besonderen Bedeutung. „Es ist ein Dankfest dafür, dass wir diese Kirche wieder in Gebrauch nehmen können“, begrüßte Brigitte Worch, Pfarrerin im Ruhestand, die Besucher in der vollgefüllten Bentwischer Kirche. Über ein Jahr wurde das Gotteshaus saniert und nun mit der feierlichen Einweihung wieder seiner Bestimmung übergeben. Mitglieder des Kirchengemeinderates bestückten den Altar unter dem neuen Sternenhimmel mit der Bibel, dem Kreuz, den Kelch fürs Abendmahl, dem Licht des Lebens. Sie dankte im Anschluss allen, die die Sanierung und Restaurierung unterstützt haben und daran beteiligt waren.

Bei so viel Dank ihrerseits war es Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann vorbehalten, „den Dank auch einmal zurückzugeben. Der Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung hat am 15. September beschlossen, Frau Brigitte Worch mit dem Eintrag ins Ehrenbuch der Stadt Wittenberge auszuzeichnen.“ Zur Begründung führte das Stadtoberhaupt an: „Brigitte Worch hat sich durch ihr großes zivilgesellschaftliches Engagement um die Stadt Wittenberge verdient gemacht. Sie hat insbesondere durch ihren Einsatz für die Integration von Zuwanderern, mit ihrem Kampf gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit, auch durch ihre Positionierung zur Gefährdung durch Atomenergie kompetent und verlässlich einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Demokratie und des sozialen Friedens in Wittenberge geleistet.“ Unter den Augen der zahlreichen Gäste trug sie sich sichtlich gerührt und „völlig überrascht“ in das Ehrenbuch der Stadt ein. Ihr Ehemann Reinhard, der 2011 in den Ruhestand ging und jahrzehntelang beliebter Pfarrer in Wittenberge war, kam ebenfalls noch zu dieser Ehre. Er hatte vor 14 Jahren die Verdienstmedaille bekommen. Ein Eintrag ins Ehrenbuch war damit damals jedoch noch nicht verbunden, aber heutzutage. Und so wurde das gestern nachgeholt.

Brigitte Worch, die zum 1. August in den Ruhestand ging, ist mit der Bentwischer Kirche eng verbunden. Nach ihrem Vikariat in Weisen, trat sie 1977 in Bentwisch ihre erste Pfarrstelle an. Später kamen noch Schilde, Cumlosen, Wentdorf, Breese und Groß Breese hinzu. „Ich freue mich für die Gemeinde. Es war mir wichtig, dass wir die Sanierung und Restaurierung noch abschließen konnten“, so Brigitte Worch. Die 63-Jährige begleitete die Instandsetzung engagiert. Mit dem wohlverdienten Ruhestand kommt auf Brigitte und Reinhard Worch ein neuer Lebensabschnitt zu. Sie verlassen im Oktober Wittenberge in Richtung Berlin, sind schon fleißig am Packen.

„In diesem Beruf hat alles zwei Seiten. Das unglaubliche Vertrauen, das die Menschen einem von Anfang an entgegengebracht haben, war von großer Selbstverständlichkeit geprägt. Andererseits bleibt in der Begegnung mit Menschen vieles offen. Man hat nicht immer den Erwartungen genügt. Wer hauptsächlich mit Menschen arbeitet, weiß das“, blickt Brigitte Worch zurück. Die Gemeindemitglieder, die gestern nach Bentwisch kamen, wünschten ihrer scheidenden Pfarrerin alles Gute. Dr. Oliver Hermann hatte augenzwinkernd den Worchs mit auf den Weg gegeben: „Sie suchen ja nun das Weite, wir freuen uns, wenn sie uns mal in der Weite suchen.“



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