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Spielplatz Weisen im Rechtsstreit : Brief sorgt für Aufregung

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Weisens Bürgermeister David Leu kritisiert „nachlässige Arbeit“ in der Gemeinde in früheren Jahren. Sein Amtsvorgänger hält dagegen.

von
erstellt am 19.Jan.2017 | 12:00 Uhr

Der Brief von Bürgermeister David Leu zum Weihnachtsfest war Thema bei der Sitzung des Weisener Haupt- und Finanzausschusses am Dienstagabend. Einzelne Passagen hatten für Diskussion in der Gemeinde gesorgt.

Leu schildert auf der ersten Seite seiner Weihnachts- und Neujahrsgrüße, die jeder in seinem Briefkasten hatte, die umgesetzten Projekte in den vergangenen 30 Monaten. Auf der zweiten Seite findet er dann deutliche Worte zur Gemeindearbeit in der davor liegenden Zeit, deren Folgen sich bis heute auswirkten. „An dieser Stelle möchte ich es nicht unerwähnt lassen, dass durch nachlässige Arbeit in den zurückliegenden Jahren – der Gemeinde Weisen – und damit jedem einzelnen von uns ein erheblicher finanzieller Schaden entstanden ist, den es gilt wieder auszugleichen“, schreibt Leu, der vor seiner Zeit als Bürgermeister jahrelang Mitglied der Gemeindevertretung war. Konkreter wird er nicht.

Auf „Prignitzer“-Nachfrage erklärt er schriftlich: „Beim Spielplatz befinden wir uns im Rechtsstreit, Schaden laut Gutachten ca. 13 000 Euro, weil bei Bauausführung falsche Farbe verwendet wurde. Ich habe dies bereits seit 2013 angesprochen. Maßnahmen wurden erst intensiv unter meiner Amtszeit verfolgt. Der Landmarkt Weisen wurde trotz Hinweisen der Kämmerin, dass dies eine zu hohe Belastung für folgende Haushalte sei, umgesetzt. Hier hatte ich seinerzeit dagegen gestimmt. In meiner Zeit als Gemeindevertreter wurde ein Kredit für die Sanierung des Mietshauses in der Chausseestraße 122 beschlossen. Auch hier habe ich gegen eine Kreditaufnahme gestimmt und damals den Hinweis gegeben, dass die Mieteinnahmen bei voller Auslastung aller Wohnungen Zins und Tilgung schon nicht decken“. Verfasst hat David Leu sein Schreiben an die Bürger im Namen der Gemeinde Weisen. „Das war mit den Gemeindevertretern nicht abgestimmt. Das geht so nicht“, erklärte Ausschussmitglied Thomas Maetze. Er finde den kritisierenden Teil des Schreibens „geschmacklos“. Leu verteidigte seine Formulierungen am Dienstagabend vor den Bürgern und Ausschussmitgliedern. „Ich habe mich nicht ausgenommen und bestreite auch nicht, dass ich an den Entscheidungen eventuell beteiligt war.“ Er, so Leu, habe weder seinen Amtsvorgänger, Berndt Wiechert, noch die früheren Gemeindevertreter in seinem Brief explizit genannt. Daher verstehe er nicht, warum Berndt Wiechert sich angegriffen fühle.

Dieser hatte seinerseits mit einer Postwurfsendung auf die Zeilen Leus reagiert. „Was ich nicht akzeptieren kann ist die Aussage des Bürgermeisters, dass in den zurückliegenden Jahren wir, gemeint ist sicher die Gemeindevertretung, der Bürgermeister und das Amt Bad Wilsnack/Weisen, nachlässige Arbeit geleistet haben“, schreibt Wiechert und verweist auf den sorgfältigen Umgang mit Haushaltsgeldern. Amtsdirektor Torsten Jacob erklärte in der Sitzung, dass jede Entscheidung in ihrer Zeit gesehen werden müsse. „Man kann nicht im Nachhinein einzelne Punkte rausziehen. Der Landmarkt zum Beispiel war eine Ruine mitten im Dorf.“ 

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