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Kerniges Dorf : Breetz – klein, aber kerniges Dorf

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der 21-Seelen-Ort steht im Finale eines Bundeswettbewerbs und überzeugt mit seiner Entwicklung

von
erstellt am 26.Aug.2017 | 12:00 Uhr

In Postlin ist die Spannung vorbei. Das Dorf hat es nicht in die Finalrunde des Wettbewerbs „Kerniges Dorf!“ geschafft. Im kleinen Breetz hingegen bleibt es spannend. Das Dorf am Rande des Landkreises gehört zu den 22 Finalisten und erwartet in der kommenden Woche Besuch von der Jury. Initiator Horst Oppenhäuser ist optimistisch. Dazu hat er allen Grund.

Ohne Optimismus hätten Horst und Brigitte Oppenhäuser in Breetz nie Kraft, Geld und Zeit investieren dürfen. Als sie 1998 den Ort hinter Lenzen entdeckten, lebten dort nur noch 13 Menschen. „Viele der Fachwerkhäuser waren verfallen und wir wurden gefragt, was wir hier wollen, hier sei doch der Hund begraben“, erinnert sich Horst Oppenhäuser.

Aber sie sahen nicht den Verfall, sondern das Potenzial. Häuser im alten Stil wieder aufbauen, Touristen und Einwohner anlocken. All das gelang im Laufe der Zeit ihnen und ihren Mitstreitern.

Die Einwohnerzahl hat sich fast verdoppelt. Aktuell sind es 21, erst kürzlich zog wieder eine junge Familie nach Breetz. Die nächsten zwei Anwohner sind avisiert, ihre künftige Wohnung werde gerade ausgebaut, so Oppenhäuser. Zwei weitere Wohnungen sind saniert und stehen leer. „Wir sind also noch auf der Suche nach Einwohnern und das ist mit ein Grund für die Teilnahme am Wettbewerb. Wir wollen bundesweit bekannt werden.“

Touristisch ist das Dorf längst etabliert. Mit ihrem Kulturhof betreiben Oppenhäusers eines der wenigen mit fünf Sternen zertifizierten Ferienhäuser in der Prignitz. Vor zwei Jahren wurde das Ensemble mit dem Landestourismuspreis ausgezeichnet. Ihre Ferienwohnung Künstlerkate hat vier Sterne.

Das neu eröffnete Café lockt Besucher an. Wer auf der Durchreise ist, halte jetzt gerne an. Auch Wassersportler, die mit dem Kanu von Seedorf kommen, legen in Breetz jetzt häufiger eine Pause ein, bummeln durchs Dorf und schauen bei Horst Oppenhäuser im Atelier vorbei. „Das Café bereichert unser Dorf“, sagt er. Gleiches gelte für den Verein Apropos-Breetz e.V. und seinen Veranstaltungen sowie für die ansässige Wellness-Praxis.

All das hat Horst Oppenhäuser in der Bewerbung skizziert und trifft damit ziemlich genau die Kriterien des Wettbewerbs, den das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft veranstaltet. Preiswürdig sind demnach Orte „in ländlichen Regionen, die zukunftsfähige Ideen und Konzepte für ihre bauliche Gestaltung umsetzen, sich an die Bevölkerungsentwicklung anpassen und dabei nachhaltig mit ihren Flächen und Gebäuden umgehen“, heißt es auf der Homepage. Aufgeregt sei er nicht, denn allein der Finaleinzug sei schon ein Erfolg. Dennoch wolle er die Jury bei ihrem Besuch überzeugen, denn „ein Gewinn wäre natürlich noch viel schöner“.

   

   

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