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Breeser schauen mit Sorge auf die herannahende Flut

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erstellt am 05.Jun.2013 | 09:04 Uhr

Breese | Wenn Bürgermeister Werner Steiner sagt: "Breese bleibt trocken!", dann kann man das als Trotzreaktion oder auch als schwarzen Humor werten. Beides ist in Anbetracht der sich nähernden Wassermassen speziell in Bezug auf Breese mehr als verständlich. Schließlich kämpft man hier seit Jahren um einen adäquaten Hochwasserschutz. Bislang allerdings ist nichts Greifbares geschehen, nichts was die Breeser wirklich vor einer erneuten Überschwemmung schützen könnte.

Zahlreiche freiwillige Helfer arbeiten emsig an Notlösungen, die zumindest das Allerschlimmste verhindern sollen. "Wir wollen den Bereich zwischen den beiden Sportplätzen auf über acht Meter Höhe bringen, und es wird Schutzmaßnahmen vorn am Eiscafé sowie entlang der Strecke nach Weisen geben", erläuterte Werner Steiner gestern in einem Gespräch vor Ort mit dem "Prignitzer". Kies und Paletten werden dafür in Größenordnungen herantransportiert. Werner Steiner geht dennoch davon aus, dass der Bereich Klein Breese möglicherweise ausquartiert werden müsse. An Evakuierungen schlitterten die Breeser bei zurückliegenden Flutereignissen haarscharf vorbei. Der Begriff geistert jetzt jedoch zunehmend durch den Ort, verunsichert viele Menschen, auch mit Blick auf das, was derzeit weiter südlich an Mulde, Saale und Elbe geschieht.

Wie sehr sich die Verzögerungen beim Deichbau in Breese nun rächen werden, weiß heute noch niemand. Der Baubeginn war, nach Aussagen des Umweltministeriums von vor einem Jahr, für Herbst 2013 geplant. Abteilungsleiter Kurt Augustin fügte jedoch damals bereits an, dass, wenn es Klagen gegen die Pläne gebe, der Zeitplan erneut völlig offen sei. Die Auslegung allerdings erfolgte zwischen dem 24. Juli und 23. August vergangenen Jahres.

Auf Nachfrage des "Prignitzers" hatte das Landesumweltamt Anfang dieses Jahres erneut Stellung zu den Terminen für das Deichbauvorhaben bezogen. Demnach rücke man von der Zielstellung Baubeginn 2013 nicht ab. "Aber nach dem aktuellen Verfahrensstand ist diese Zielsetzung jetzt sehr ambitioniert. Viel hängt vom Verlauf des Erörterungstermins ab. Alles muss passen, wenn es 2013 noch klappen soll." Grund für die mögliche Verzögerung: Das Verfahren brachte weit mehr Einwendungen, als zu erwarten waren.

Einwendungen, Klagen und Finanzierungsprobleme hin oder her: Die Breeser üben sich nach wie vor in Geduld. Die, die Zeit erübrigen können, packen derzeit mit ihren beiden Händen selbst an, um ihren Ort so gut wie möglich zu schützen. Davon, wie die Juni-Flut 2013 ausgeht, wird allerdings wohl abhängen, wann den Breesern der Geduldsfaden endgültig reißt.

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